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	<title>ZOTIN.COM &#187; Allgemein</title>
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		<title>OccupyWallStreet, Politik, Umwelt, Gesellschaft und Lösungen</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 22:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rusty</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits seit dem ersten Tag (17. September) beobachte ich die Occupy-Proteste in USA über solche Medien, wie twitter und versuche mir eigene Meinung darüber zu bilden. Auch einen Monat später in Hamburg habe ich die lokale (angekündigte &#038; genehmigte) Demonstration &#8230; <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/occupywallstreet-politik-umwelt-gesellschaft-und-loesungen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits seit dem ersten Tag (17. September) beobachte ich die Occupy-Proteste in USA über solche Medien, wie <a href="http://twitter.com/#!/search/realtime/%23ows" target="_blank">twitter</a> und versuche mir eigene Meinung darüber zu bilden. Auch einen Monat später in Hamburg habe ich die lokale (angekündigte &#038; genehmigte) Demonstration am 15. Oktober 2011 besucht und sogar einige <a href="http://www.flickr.com/photos/33896573@N05/sets/72157627900126212/" target="_blank">Bilder</a> mitgebracht. Doch meine wichtigste Erkenntnis war, dass jeder von den Leuten, die bereit waren (und sind!) draußen 24/7 zu protestieren, eigene und persönliche Empörung mitbringt und sich nicht einfach einer Bewegung die von jemanden geführt wird anschließt und bestimmte Forderungen gegenüber wem auch immer öffentlich äußert, wie gewöhnlich es bei Protesten der Fall ist.</p>
<p>Was läuft also schief? Ist es &#8220;nur&#8221; die momentane <strong>Wirtschaftskriese</strong>? Ist es &#8220;nur&#8221; die <strong>Kluft zwischen Arm und Reich</strong>, die sich immer weiter ausdehnt? Oder ist es doch mehr als das und bedarf einer <strong>globalen Überholung unserer Gesellschaft</strong>?</p>
<p>Ob wir für letzteres tatsächlich schon bereit sind, werden viele generell anzweifeln, denn schließlich geht es uns hier im Westen/Europa/Deutschland unterm Strich gar nicht so schlecht. Zumindest behaupten es viele. Aber sollte man nicht langsam anfangen über den Tellerrand hinaus zu schauen? Sind wir tatsächlich so zivilisiert, wie wir eigentlich vorgeben zu sein? Schöpfen wir tatsächlich alle Möglichkeiten aus, die uns heute zur Verfügung stehen, um langfristig auf diesem Planeten überleben zu können? Ich denke nicht. Nein, ich bin absolut überzeugt, dass wir diesbezüglich noch sehr primitiv sind und noch viel gemeinsam lernen müssen. Und mit &#8220;wir&#8221; meine ich nicht irgendwelche Gestalten, die uns aus der Glotze anstarren, sondern <strong>DICH</strong>! <strong>Ich fange also bei mir an und du bei dir, und zwar jetzt!</strong></p>
<p><strong>Und was sollen wir tun</strong>, würdest du jetzt fragen? &#8211; Nachdenken, sich bilden, weiter nachdenken und mit anderen über das Nachgedachte diskutieren. Als zweiten Schritt wird man automatisch sein eigenes Verhalten hier und da einwenig ändern und man vermittelt im besten Falle das gelernte auch noch so seinen Kindern, dass es verstanden wird und haften bleibt. Alles zu hinterfragen ist natürlich und das darf und sollte auch jeder tun. Und wenn sich irgendwann mal die kritische Masse der Bevölkerung so verhält, dann haben wir tatsächlich die <strong>Chance auf eine Besserung</strong>. Eine Chance auf eine neue schöne Welt ohne Krieg, Gier und Ausbeutung, ohne stupide Jobs und ohne Sorgen die nächste Miete nicht bezahlen zu können.</p>
<p><strong>Du willst wissen, wie das gehen soll?</strong> &#8211; Eine der zukünftigen Möglichkeiten, die meiner Meinung nach absolut erwähnenswert ist, ist das Modell der Ressourcenbasierten Wirtschaft. Noch nie gehört? Dann wird es Zeit sich etwas damit zu beschäftigen! In den folgenden 8. Kapiteln wird die <strong>Ressourcenbasierte Wirtschaft</strong> (RBW) bzw. resource based economy (RBE) wunderbar und verständlich erklärt:</p>
<h3>Die Ressourcenbasierte Wirtschaft:</h3>
<p>1. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-1-geldwirtschaft/">Geldwirtschaft</a><br />
2. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-2-der-endgueltige-zusammenbruch/">Der endgültige Zusammenbruch</a><br />
3. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-3-was-ist-relevant/">Was ist relevant?</a><br />
4. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-4-die-wege-zur-sozialen-evolution/">Die Wege zur sozialen Evolution</a><br />
5. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-5-resourcenbasierte-oekonomie/">Eine Ressourcenbasierte Ökonomie</a><br />
6. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-6-staedte-die-denken/">Städte, die denken</a><br />
7. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-7-natur-oder-erziehung/">Natur oder Erziehung</a><br />
8. <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-8-funktionale-spiritualitaet/">Funktionale Spiritualität</a></p>
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		<title>Ressourcenbasierte Wirtschaft &#8211; Kapitel 1: Geldwirtschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 22:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rusty</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mechanismen und Folgerungen Begriffsbestimmungen: Der Ausdruck “Ökonomie” wird allgemein definiert als die Sozialwissenschaft, welche sich mit der Herstellung, der Verteilung und dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen befasst. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts ist der vorherrschende Antrieb praktisch aller ökonomischen &#8230; <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-1-geldwirtschaft/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mechanismen und Folgerungen</strong></p>
<p>Begriffsbestimmungen:</p>
<p>Der Ausdruck “Ökonomie” wird allgemein definiert als die Sozialwissenschaft, welche sich mit der Herstellung, der Verteilung und dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen befasst.</p>
<p>Mit Beginn des 21. Jahrhunderts ist der vorherrschende Antrieb praktisch aller ökonomischen Systeme weltweit ein “monetäres System”, welches als allgemein gültiges Tauschmittel ein Medium, bekannt als “Geld”, verwendet und damit Beschäftigung in Form von Arbeit, die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen und deren Konsum ermöglicht. Die Verwendung dieser Art des Geldaustausches als Grundlage eines Wirtschaftssystems könnte man als “Monetäre Ökonomie” bezeichnen.</p>
<p><span id="more-292"></span></p>
<p>Auch wenn fast keine Nation auf dieser Erde zurzeit etwas anderes als die monetäre Wirtschaftstheorie in ihren Staatsgeschäften anwendet, so sind einige Unterschiede festzustellen. Im Allgemeinen haben diese Variationen etwas mit dem Grad zu tun, mit dem das System von der Regierung kontrolliert wird. Die Staffelung, die sich derzeit zwischen eher mehr und eher weniger Regulierungen bewegt, beginnt typischerweise beim “Kommunismus” hier in seiner historischen Anwendung, nicht in der idealisierten Form, welche kein Geld vorsieht (maximale staatliche Kontrolle), führt über den “Sozialismus” (teilweise staatliche Kontrolle) und endet beim “Kapitalismus” (wenig bis keine staatliche Kontrolle). Diese Spielarten wirtschaftlichen Handelns können als “Gesellschaftsformen” bezeichnet werden.</p>
<p>Die vorherrschende Gesellschaftsform in der heutigen Welt ist der <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Kapitalismus" target="_blank">Kapitalismus</a></span></span>, meist in Form der freien Marktwirtschaft. Dieser wird definiert als “Wirtschaftssystem, in welchem die Produktionsmittel von Privatpersonen profitorientiert betrieben werden, wobei Investitionen, Güterverteilung, Einkommen, Herstellung und Preisgestaltung bei Gütern und Dienstleistungen vorwiegend durch einen ‘freien Markt’ bestimmt werden.</p>
<p>Ein “Freier Markt” ist im Wesentlichen ein unreguliertes Handelsprinzip, in dem “die Preise von Gütern und Dienstleistungen vollständig in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Verkäufern und Käufern festgelegt werden; damit bestimmt das Gesetz von Angebot und Nachfrage die Preise und die Verteilung der verfügbaren Mittel, ohne dass eine Regierung eingreifen muss.”</p>
<p>Die Idee vom “<span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Freier_Markt" target="_blank">Freien Markt</a></span></span>” wird vielfältig interpretiert. Es gibt diverse Denkschulen, etwa die “Österreichische Schule”, eine der extremeren der momentan vertretenen Ideologien, welche eine <em>“laissez-faire”</em>-Einstellung duldet, das heißt im Grunde buchstäblich überhaupt keine Staatseingriffe in wirtschaftliche Belange. Aus dieser Sicht werden “Wohlfahrt” und andere staatlich finanzierten ‘sozialen’ Programme als unsachgemäß angesehen. Bei der Entwicklung, Anwendung und Auslegung von Wirtschaftswissenschaften hat man es mit erstaunlich großen Mengen an Material zu tun, über die endlos debattiert wird. Es ist nicht im Sinne dieses Leitfadens, eine Abhandlung über die gesamte Ökonomie zu liefern. Vielmehr möchte diese Anleitung zeigen, inwiefern heute 99% aller Wirtschaftstheorien durch die Einführung von neuer Technologie und die Ausmerzung von Knappheit veraltet und gegenstandslos gemacht werden könnten.</p>
<p>Neben allgemeinen Fachausdrücken gibt es als weiteres wichtiges Konzept der Geldwirtschaft die “Werttheorie”. Die Höhe des ‘Werts’ eines Produkts oder einer Dienstleistung wird im Prinzip aus zwei Faktoren abgeleitet: Es gibt noch subjektive, bevölkerungsspezifische Arten von Wert, bei denen bestimmte “Marken” die Preisbildung beeinflussen, (geplanter Wert) und dabei nicht auf konkreter menschlicher Arbeit bzw. Materialwert beruhen, sondern auf der von der Konsumkultur empfundenen “Ranghöhe” des Gegenstands selbst. Dies ist eine weniger wichtige Form “wirtschaftlichen Werts”, der im Abschnitt “Wertverzerrung” weiter hinten im Kapitel behandelt wird. Genauso sind Finanzinstrumente als Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden, irrelevant, wenn es um tatsächliche Produktion und Verteilung geht:</p>
<p>1) Die <em>Knappheit</em> (Verfügbarkeit) der verwendeten Materialien.</p>
<p>2) Der Aufwand an <em>menschlicher Arbeit</em>, welcher benötigt wird, ein Produkt /eine Dienstleistung herzustellen.</p>
<p>Ein Beispiel:</p>
<p>Man stelle sich den Umfang an Zeit und Kraft vor, den es brauchte, ein einfaches Hemd vor dem Aufkommen von Elektrizität und fortgeschrittener industrieller Technologie herzustellen. Der grobe Vorgang sieht wie folgt aus:<br />
den Boden vorbereiten — den Baumwollsamen einpflanzen — das Wachstum beaufsichtigen — die Baumwolle pflücken — den Samen herausziehen — die Baumwolle zu Fäden verspinnen — Tuch daraus weben — das Tuch in Hemdform bringen.</p>
<p>Setzt man das obige Szenario voraus, ergibt sich rein aus der Perspektive menschlicher Arbeit ein verhältnismäßig hoher Wert für das Hemd und es würde, in Anbetracht des erheblichen Aufwands für einen hohen Preis verkauft werden. Der Wert des Baumwollsamens (Materialkomponente) wäre vernachlässigbar, da der Samen als Nebenprodukt der vorangegangenen Ernte abfiel, und das würde seinen <em>Knappheitswert</em> ziemlich drücken. Folglich stammt der wahre Wert des Hemds aus der damit verbundenen Arbeit.</p>
<p>Was wäre nun, theoretisch betrachtet, wenn der Herstellungsvorgang überhaupt keine menschliche Arbeit erforderte, während Baumwollsamen, Wasser, Sonnenlicht und Boden in natürlichem Überfluss vorhanden blieben? Was wäre dann der Wert des Hemds? Ganz offensichtlich hätte es überhaupt keinen Wert.</p>
<p>Zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben Industriemaschinen die Rolle von Pflanzern und Erntern landwirtschaftlicher Produkte so effektiv übernommen, dass ein einziger Bauer mehr als 1000 Morgen Land ohne Hilfe bestellen konnte. Das Aufkommen von Textilmaschinen wie dem Baumwollentkerner hat den menschlichen Arbeitsaufwand dramatisch reduziert, während wir durch die moderne Anwendung industrieller Computerisierung eine ständige Bewegung hin zur Vollautomatisierung von sowohl der Landwirtschafts- als auch der Textilindustrien beobachten.<br />
Tatsache ist, dass die Position des “Wirtschaftswerts” als scheinbar fester ökonomischer Begriff vom technologischen Einfluss (zunehmende Produktionserleichterung und stoffliche Fülle) ausgehöhlt wird, was den “Wert”-Gedanken potenziell völlig auslöschen könnte.</p>
<p>Wenn menschliche Arbeit durch Technologie und Automatisierung zurückgefahren oder ersetzt wird, sinkt entsprechend auch der ‘Wert’, welcher aus der Arbeit-Preis-Gleichung abgeleitet wird. Der Wertbezug des Produkts würde dann von der Erschaffung und dem Unterhalt der Maschinerie abgeleitet werden, welche die Rolle des Arbeiters übernimmt. Folglich würde der ‘Wert’ der Produktion sinken, je effizienter, ausdauernder und nachhaltiger diese Arbeitermaschinen werden.</p>
<p>Die Erkenntnis daraus ist, dass maschinelle Automatisierung gekoppelt mit modernen Innovationen zur Ersetzung “knapper” Ressourcen, uns in eine Lage versetzen könnte, in der kein Gut und keine Dienstleistung mehr einen “Wert” oder ein Preisschild bräuchten. Es würde gedanklich keinen Sinn ergeben.</p>
<p>Viele werden sich wegen unserer Gewohnheiten schwer tun, so etwas in Betracht zu ziehen. Unabhängig von Meinungen bleibt die Tatsache, dass ständiger technologischer Fortschritt gekoppelt mit automatisierten Maschinen theoretisch eine Wirtschaftsumgebung erschaffen könnte, in der der Überschuss an Materialien und Produktionsmedien so hoch wäre, dass die meisten Menschen kaum Bedarf am ‘Erwerb’ von irgendetwas hätten, ganz zu schweigen vom ‘Broterwerb’ in herkömmlichem Sinne. Selbst wenn Maschinen nur eine große Minderheit an Leuten ersetzen würden, so dass die Arbeitslosigkeit stiege, wären die Folgen gravierend. Das gesamte Wirtschaftsgefüge würde zunehmend instabiler und funktionsunfähiger werden. Das Thema begegnet uns in den Kapiteln 2 und 5 wieder.</p>
<p>Ungeachtet dieses Punkts sollten wir noch einige empirische Mechanismen untersuchen, die die Geldwirtschaft speziell im Zusammenhang mit dem Kapitalismus braucht, um die Integrität des Systems zu wahren. In den restlichen Teilen des Kapitels werden wir die fünf Hauptmerkmale, welche zur Aufrechterhaltung des Systems gebraucht werden, die Logik dahinter und deren Konsequenzen erörtern.</p>
<p><em>Mechanismus Eins</em></p>
<p>Die Notwendigkeit für zyklischen Konsum</p>
<p>Menschen haben in einem Geldsystem im Wesentlichen eine von drei Rollen inne:<br />
Arbeitnehmer, Konsument oder Arbeitgeber(oder Eigner/Produzent). Es gibt außerdem noch den Investor, der dem Arbeitgeber/Eigner/Produzent finanzielle Unterstützung gewährt, oder der an den Finanzmärkten nach Gewinnen trachtet. Dies ist für den Zusammenhang unwichtig, da Investoren für die Funktionsfähigkeit eines Marktsystems nicht nötig sind.</p>
<p>Der Arbeitnehmer erfüllt für den Arbeitgeber im Tausch für “Lohn” oder Geldzahlungen Aufgaben, während der Arbeitgeber dem Konsumenten ein Gut oder eine Dienstleistung für “Profit” verkauft, welcher eine andere Art von Geldzahlung ist.</p>
<p>Wiederum fungieren sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer als Konsumenten, da sie die jeweils erhaltenen Geldzahlungen (“Löhne” und “Profite”) für den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen verwenden, die sie für ihr Überleben brauchen.</p>
<p>Der Akt des Erwerbs von Gütern und Dienstleistungen, welcher zur Rolle des Konsumenten gehört, erlaubt dem Arbeitgeber, seinen “Profit” zu machen und außerdem die Bezahlung der “Löhne” des Arbeitnehmers.</p>
<p>Abbildung: Geldzirkulation im Konsumkreislauf</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2189" title="Geldspirale_01" src="http://www.zeitgeistmovement.de/wp-content/uploads/2011/06/Geldspirale_01.png" alt="" width="304" height="132" /></p>
<p>In anderen Worten bedarf es unaufhörlichen Konsums, damit der Arbeitgeber im Geschäft bleibt und der Arbeitnehmer seinen Job behält.</p>
<p>Es ist nun wichtig zu verstehen, dass dieser Zahlungs- und Konsumkreislauf (oder ‘zyklische Konsum’) nicht enden darf, da sonst das gesamte Gebilde der Ökonomie zusammenbrechen würde. Denn es würde kein Geld zum Arbeitgeber fließen, der Arbeitgeber könnte es sich nicht leisten, den Arbeitnehmer zu bezahlen, und sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer wären nicht in der Lage, als Konsumenten den Kreis zu schließen.</p>
<p>Auswirkung:</p>
<p>1 – Kein technisch hergestelltes Produkt darf eine längere Lebensdauer besitzen, als es braucht, die Unversehrtheit der Wirtschaft durch ‘zyklischen Konsum’ zu erhalten.<br />
Anders gesagt muss jedes ‘Gut’ in angemessener Zeit kaputtgehen, damit die Geldzirkulation zur Versorgung der Teilnehmer an diesem Spiel (Konsument/Arbeitnehmer/Arbeitgeber) gewährt bleibt. Dieser Sachverhalt könnte mit “Geplante Überalterung” umrissen werden.<br />
Geplante Überalterung kann grundsätzlich aus zwei Haltungen heraus geschehen:</p>
<p>Bewusst: Vorsätzliches Zurückhalten von Effizienz, damit das fragliche Produkt versagt.</p>
<p>Logisch: Profitbedingte Kürzungen bei der Produktion, üblicherweise in Form billiger Materialien /schlechten Designs, um Geld zu sparen und wiederkehrende Kunden zu verursachen. Das führt zu minderwertigen Produkten.<br />
Zum Beispiel ist Plastik für Gehäuse von elektronischen Geräten billiger für den Hersteller und den Konsumenten, aber die Haltbarkeit des Materials ist im Vergleich etwa zum wesentlich teureren Titan schlecht.</p>
<p>2 – Es müssen unabhängig vom Gebrauchsnutzen konstant neue Produkte und Dienstleistungen eingeführt werden, um jegliche gesteigerte Effizienz der vorigen Produktgeneration auszugleichen. Das führt zu endloser <em>Vergeudung</em>.</p>
<p>Anders ausgedrückt ist Vergeudung ein vorsätzliches Nebenerzeugnis des Bedarfs der Industrie nach der Aufrechterhaltung des ‘zyklischen Konsums’. Das bedeutet, dass das veraltete Produkt ausgesondert wird, häufig auf Müllhalden landet und somit die Umwelt verschmutzt. Die beständige Vielfalt beschleunigt die Verschmutzung.</p>
<p>‘Die Notwendigkeit zyklischen Konsums’, welche man als den Motor betrachten könnte, der das gesamte Wirtschaftssystem antreibt, ist in sich gefährlich und verdorben, denn die Natur dieses Zwangs lässt eine Maximierung umweltverträglicher Praktiken nicht zu. Die dauernde Neuerschaffung minderwertiger Produkte verschwendet die verfügbaren Ressourcen und verschmutzt die Umwelt.</p>
<p>Um es noch einmal aus einem anderem Blickwinkel zu betrachten: Stell dir die wirtschaftlichen Auswirkungen strategisch maximierter Effizienz und Nachhaltigkeit jedes Designs unter Verwendung der jeweils besten uns bekannten Materialien und verfügbaren Techniken vor. Stell dir ein Auto vor, das so gut konstruiert wurde, dass es über 100 Jahre keine Wartung braucht. Stell dir ein Haus vor, das aus feuerfesten Stoffen gebaut wurde und in dem alle Einrichtungsgegenstände, elektrischen Geräte, Armaturen etc. aus den wasserdichtesten, beständigsten Rohstoffen der Erde bestehen. In solch einer <em>vernünftigen</em> Welt, in der Dinge geschaffen werden, um zu <em>halten</em> (womit mangels Vervielfältigung und dank höchster Effizienz auch gleich Verschmutzung und Verschwendung minimiert würden), <em>wäre ein monetäres System unmöglich</em>. Denn die Intervalle im ‘Konsumkreislauf’ würde sich enorm in die Länge ziehen und das sogenannte “Wirtschaftswachstum” dauerhaft schwächen.</p>
<p><em>Mechanismus Zwei</em></p>
<p>Der Überfluss an Knappheit</p>
<p>In der Geldwirtschaft ist der Begriff von “Angebot und Nachfrage” ein bekanntes Konstrukt, welches lediglich besagt, dass ‘je mehr es von etwas gibt, desto weniger es wert ist’. Zum Beispiel war Trinkwasser historisch gesehen eine in Fülle vorkommende Ressource, die zu verbrauchen normalerweise keine Bezahlung erforderte. Als jedoch Natur- und Leitungswasser zunehmend verschmutzten, konnte gereinigtes Trinkwasser kommerziell umgesetzt werden, oft zu einem höheren Preis als Öl. Mit anderen Worten ist es profitabel, wenn Ressourcen verknappen. Wenn ein Betrieb die Öffentlichkeit überzeugen kann, dass sein Produkt “rar” ist, kann er mehr dafür verlangen. Das bietet starke Anreize dafür, seine Produkte knapp zu halten. Die Zentralbanken fast aller Länder, um das auch auf einer anderen Ebene nochmals zu verdeutlichen, <em>schaffen</em> im Zuge der Geldschöpfung <em>Knappheit</em>, um den Druck auf das Marktsystem aufrecht zu erhalten. Bernard Lietaer, der für die Schaffung des Europäischen Währungssystems (ECU) verantwortlich zeichnet, hebt hervor:</p>
<p>“Gier und Wettbewerb sind nicht das Ergebnis eines unabänderlichen menschlichen Temperaments… Gier und die Angst vor Knappheit werden in Wirklichkeit als direkte Folgen des von uns verwendeten Geldes hervorgerufen und verstärkt… Wir könnten mehr Nahrungsmittel herstellen, um jeden satt zu machen… aber es gibt eindeutig nicht genug Geld, um all das zu bezahlen. Die Knappheit liegt in unseren Nationalwährungen begründet. Es ist tatsächlich die Aufgabe der Zentralbanken, diese Währungsknappheit zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Als direkte Folge daraus müssen wir gegen einander ums Überleben kämpfen.” (Lietaer, Bernard <em>“Beyond Greed and Scarcity”</em>, Yes Magazine, 1997)</p>
<p>Die Auswirkungen dieses <em>Überflusses an Knappheit</em> richten nichts anderes als Schaden an. Wenn Profit aus der Knappheit gewonnen werden kann, welche durch Umweltverschmutzung entsteht, dann schafft dies eine krankhafte Verstärkung der Gleichgültigkeit gegenüber Umweltbelange. Wenn Unternehmen wissen, dass sie mehr Geld machen können, indem sie ihre Ressourcen oder Produkte knapp halten, wie soll dann je eine Welt des Überflusses entstehen? Das ist unmöglich, denn die Unternehmen werden daran interessiert sein, falls nötig Knappheit zu <em>erzeugen</em>. Die mit der Geldschöpfung der Zentralbanken geschaffene inhärente Knappheit verstärkt wiederum den Anreiz, gegen einander in Wettbewerb zu treten, was einen ethikfreien, primitiven Tribalismus hervorbringt, in dem jeder auf sich selbst gestellt ist und der bei den Menschen Stress, Konflikte und Krankheit verursacht.</p>
<p><em>Mechanismus Drei</em></p>
<p>Der Vorrang von Profit</p>
<p>Der stärkste Antrieb eines Geldsystems ist Profit: Der Ausdruck ‘Profit’ wird hier der Einfachheit halber synonym zu ‘Einkommen’ und ‘Lohn’ benutzt. Sind diese Begriffe nach der klassischen Auffassung von Wirtschaft auch getrennt zu sehen, so beziehen sie sich dennoch lediglich auf den Gelderwerb. Der Lohnempfänger ‘profitiert’ von seiner Arbeit, da es sich ganz einfach um Einkommen handelt. Oder um Gelderwerb durch die Ausbeutung anderer. Alle Spieler in diesem Spiel müssen fürs Überleben eine Strategie zur Einkommensbeschaffung finden. Ein “Lohn”-Empfänger wählt die bestmögliche Bezahlung für seine Dienste, während der Arbeitgeber (Eigner / Hersteller) ständig versucht die Kosten zu drücken, um den Profit zu maximieren. Das ist die herrschende “Geisteshaltung” im Geldsystem. Und jene, die sich in einer Position großen Wohlstands befinden (materieller Erfolg), sind häufig die Rücksichtslosesten. Während viele Leute, die dem Profitsystem huldigen, ohne Unterlass über ihre “ethischen” Handlungsnormen reden, hat die Geschichte gezeigt, dass der Vorrang von Profit in Wirklichkeit eine Krankheit ist, welche nicht nur unser persönliches und soziales Wohlgefühl vergiftet, sondern ebenfalls die Umwelt, auf die wir für praktisch alles angewiesen sind, was wir als Gattung benötigen.</p>
<p>Bevor wir jedoch die negativen Folgen dieser ‘Geisteshaltung’ aufführen, sollten wir etwas in Augenschein nehmen, von dem manche denken, es sei die gute Seite der Priorisierung von Profit – “Motivation”.</p>
<p>Der Theorie nach gibt der Zwang zum Profit einer Person oder Organisation den Anreiz, an neuen Ideen bzw. Produkten für den Markt zu arbeiten. Mit anderen Worten: Es wird angenommen, dass ohne den motivierenden Drang zum Überleben und ohne Profit kaum sozialer Fortschritt erreicht werden könnte.</p>
<p>Zunächst einmal erhielten wir die größten Beiträge zur Gesellschaft nicht von nach Profit strebenden Unternehmen. Nikola Tesla hat elektrischen Wechselstrom nicht eingeführt, weil er eine schnelle Mark machen wollte. Louis Pasteur, Charles Darwin, die Wright-Brüder, Albert Einstein und Isaac Newton haben ihre gewaltigen Beiträge zur Gesellschaft nicht aus materiellem Eigeninteresse geleistet. Es stimmt zwar, dass nützliche Erfindungen und Methoden durch den Anreiz persönlichen Gewinns motiviert werden, aber die <em>Absichten</em> hinter diesen Schöpfungen haben üblicherweise nichts zu tun mit menschlichen oder sozialen Angelegenheiten. Denn losgelöstes Eigeninteresse und Überleben sind die wahren Motivationen.</p>
<p>Profitinteresse kommt fast immer vor menschlichen Belangen, und ein einfacher Blick auf die krebserzeugenden Konservierungsstoffe in unserer Nahrung, die geplante Überalterung fast aller Güter oder auch die Gesundheitsindustrie, die $300 für eine einzige Antibiotika-Tablette verlangt, zeigt, dass ‘Profitanreize’ in Wirklichkeit schädlich sind, denn der Anreiz hier ist nicht ein bedeutsamer Beitrag zur Gesellschaft, sondern lediglich das Absaugen von Reichtum auf jede nur mögliche Weise. Profit ist tatsächlich ein <em>falscher</em> Anreiz. Die Probleme unserer geldbasierten Gesellschaft werden nur angegangen, wenn man <em>Profit aus der Lösung</em> solcher Probleme ziehen kann.</p>
<p>Die psychologischen und soziologischen Auswirkungen, welche aus dem Vorrang von Profit resultieren, nehmen schwerwiegende Dimensionen an, was das menschliche Verhalten anbetrifft. Tatsächlich wurde ein ganzes Gebäude übergestülpter Kontrolle geschaffen, um die unendlichen Probleme zu bewältigen, welche mit dem Zwang zum Überleben mit Hilfe von Gewinn / Profit / Einkommen zusammenhängen: das Rechtssystem. Während nicht-geldbezogene Verbrechen, die oft von Stolz, Eifersucht, Emotionsverlust und anderen psychologischen Ursachen herrühren, gegenwärtig ein Problem darstellen, sind sie doch vergleichsweise nichtig gegenüber Verbrechen, welche von Geld- und Besitzerwerb motiviert werden. Wenn wir “Kriminalität” als “Verderbtheit, Korruption” definieren, und “Korruption” als “moralische Perversion; Unehrlichkeit”, dann gelangen wir zu einer ganz neuen Sicht auf die Dinge. Denn wenn man genauer hinsieht, wird man bemerken, dass praktischer jeder Vorgang strategischen Geldzuwachses in sich korrupt ist… es wird eben lediglich kulturell als ‘normal’ akzeptiert, bis zu welchem Grad auch immer der Konsens es als hinnehmbar ansieht.</p>
<p>Wenn man z.B. in ein Lebensmittelgeschäft geht, um Müsli zu kaufen, wird man bei neun von zehn Schachteln feststellen, dass nur 60% der Box gefüllt sind. Die ‘Werbestrategie’, wie die Herstellerfirma es nennen würde, ist in Wirklichkeit eine offenkundige, Verschwendung erzeugende Lüge. Die Werbeagenturen mit all ihren Taktiken sozialer Beeinflussung gehören wahrscheinlich zu den korruptesten Einrichtungen des Planeten. Traurigerweise sind wir konditioniert worden, es stattdessen ‘Promotion’ oder ‘Strategie’ zu nennen. Über die durch Werbung geschaffenen sozialen Entstellungen wird im Abschnitt “Wertverzerrungen” dieses Kapitels die Rede sein.</p>
<p>Um nun das Spektrum geldbedingter Korruption in einen vernünftigen Blickwinkel zu setzen, werden wir dieses anomale Verhalten in drei Teile gliedern: Gewöhnliche Kriminalität – Unternehmenskriminalität – Regierungskriminalität.<br />
<em>Gewöhnliche Kriminalität</em>, abgeleitet vom Streben nach Geld, reichen von einfachem Diebstahl über Schwarzverkäufe und Betrug bis zum gewalttätigen Raub. Dieses Nebenerzeugnis des Geldsystems wird oft nicht genug hinsichtlich seiner Ursachen reflektiert, denn viele neigen dazu, diese “Kriminellen” als eine Art gesellschaftlicher Anomalie abzutun, statt sie mit dem Überlebensdrang in Verbindung zu bringen. <em>Druck /Stress</em> und andere inhärente Nebeneffekte des Mangels werden ebenfalls übersehen.</p>
<p>Die ‘Merva-Fowles’ Studie der Universität von Utah aus dem Jahr 1990 hat starke Verbindungen zwischen Arbeitslosigkeit und Kriminalität entdeckt. Sie stützt ihre Forschung auf Daten aus 30 großen Ballungsräumen mit einer Gesamtbevölkerung von über 80 Millionen Menschen.</p>
<p>Ihre Forschungsergebnisse besagen, dass als Folge eines einprozentigen Anstiegs der Arbeitslosigkeit…</p>
<p>… 6,7% mehr Tötungsdelikte geschehen;</p>
<p>… 3,4% mehr Gewaltverbrechen begangen werden;</p>
<p>… 2,4% mehr Eigentumsdelikte auftreten.</p>
<p>Auf die Zeit von 1990 bis 1992 übertragen heißt das:</p>
<p>- 1459 zusätzliche Tötungsdelikte;</p>
<p>- 62.607 zusätzliche Gewaltverbrechen;</p>
<p>- 223.500 zusätzliche Eigentumsdelikte. Merva &amp; Fowles, <em>Effects of Diminished Economic Opportunities on Social Stress</em>, Economic Policy Institute, 1992</p>
<p>Wenn man eine gutsituierte, ethische, aufrechte Person nähme, sie ihres Wohlstands und ihrer Ressourcen beraubte und mit nichts als ihrem Hemd am Leib in einer armen Stadt absetzte, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese Person zu lügen, betrügen und stehlen anfinge, um zu überleben.</p>
<p>Es verwundert nicht, dass die ärmsten Gegenden der USA die höchsten Kriminalitätsraten aufweisen. Jemand, der in eine sozial benachteiligte Umgebung geboren wird, mit nur mageren Ressourcen, schlechter Ausbildung und wenig Arbeitsmöglichkeiten, wird tun, was immer zum Leben nötig ist. Der springende Punkt ist hier, dass ökonomische Verderbtheit (Mangel) anstatt genetische “kriminelle Tendenzen” jene Art Fehlverhalten erzeugen.</p>
<p><em>Unternehmenskriminalität</em>, welche fast immer ausschließlich profitbezogen ist, nimmt viele Formen an: Geplante Überalterung, Marktmanipulation, Produktionsverlagerung, Preisabsprachen, monopolistische Absprachen, Arbeiterausbeutung und geheimes Einverständnis mit der Regierung, um nur ein paar zu erwähnen. Beispiele wie <em>Enrons</em> <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.nytimes.com/2005/02/04/national/04energy.html">vorsätzliche Abschaltung</a></span></span> der kalifornischen Kraftwerke zur Preissteigerung der Energieaktien, oder <em>Bayer</em>, die bewusst HIV-verunreinigte Medikamente vertrieben haben, sollten den meisten Leuten klarmachen, dass Unternehmenskriminalität eine feste Größe ist, oft viel heimtückischer als “Gewöhnliche Kriminalität”, denn die Nachwirkungen betreffen eher große Gruppen von Menschen.</p>
<p>Das Bedürfnis des “kriminellen Unternehmers”, seine Geschäftsprofite zu sichern, ist grundsätzlich nicht andere als der Überlebenstrieb des “Gewöhnlichen Kriminellen”. Während letztere Delikte üblicherweise begehen, um am Leben zu bleiben, geht es ersterem um die künftige Sicherung seiner Machtstellung, seines Lebensstils und Wohlstands. Die Grundlage ist Angst. Die Neigung zur “Gier”, welche auf einer ständigen Angst vor dem Verlust des Besitzes basiert, ist die Motivation für die meisten Unternehmensdelikte. Wie bei Spielsucht: Je mehr man gewinnt, desto mehr möchte man haben. Die Neurose wird durch die durch das Geldsystem erzeugte soziale Schichtung aufrecht erhalten und verstärkt. Denn ein nicht endender Strom von “Luxusartikeln” wird bei Anstieg der Kaufkraft greifbar: Villen, Jachten, Limos, Diamanten, Grundstücke usw. Wir gehen im nächsten Abschnitt (“Wertverzerrung”) näher darauf ein.</p>
<p><em>Regierungskriminalität</em> ist eine der wesentlichen komplexeren und schwierigeren Verhaltensformen. Denn der Regierungsbegriff wird von den vorherrschenden Werten stark verändert, welche die “herrschenden Klasse” durch die Gesellschaft und über Massenmedien und traditionellen “Hurra”-Patriotismus aufrechterhält. Anders ausgedrückt: Wenn wir auf die Gräuel Hitlers zurückblicken, vergessen viele, dass auch eine Menge Deutsche jenes antisemitische Wertesystem verteidigt haben, welches das Regime durch Streitschriften und Rundfunk verbreitete. Dasselbe kann man über die US-Invasion im Irak sagen, die ursprünglich durch die öffentliche Meinung unterstützt worden ist – aus Hass und Angst gegenüber sogenannten “islamischen Terroristen” nach den Angriffen vom 11. September 2001. Nichtsdestoweniger sollten wir unsere überlieferten Werte der Untertanentreue und des “Patriotismus” zurückstellen, um einen objektiven Blick auf das Wesen und die Rolle einer Regierung in einem Geldsystem zu werfen.</p>
<p>Zunächst einmal muss allen Regierungsmitgliedern ein Entgelt gezahlt werden, und alle unternommenen Projekte müssen finanziert werden. Dieses Geld kommt augenscheinlich von der Öffentlichkeit auferlegten “Steuern”, oder von Bankkrediten oder anderen Regierungen. Steuern werden durch den ‘Handel’ oder ‘Einkommen aus dem Handel’ erbracht, während Kredite mit Geld zurückgezahlt werden müssen, was theoretisch durch weiteren Handel, weitere Kredite oder weitere Steuern irgendwie herbeigeschafft wird.</p>
<p>Die zentrale Rolle der Regierung ist die Erfindung regulativer Gesetzgebung, mit der das Funktionieren der Gesellschaft gewährleistet werden soll. Im Idealfall hätte die breite Beteiligung der Öffentlichkeit oberste Priorität für die Regierung. Unglücklicherweise hat die Geschichte gezeigt, dass dies selten der Fall war und ist. Im Gegenteil sind Regierungen, so wie wir sie kennen, ‘Eltern’-Unternehmen für all die anderen Unternehmen der Wirtschaft des Landes. Das macht natürlich Sinn, denn der Wert einer Nation wird über den Zustand seiner Ökonomie bestimmt. Das heißt, die Regierung hat ein “begründetes Interesse” an der nationalen wirtschaftlichen Verfassung, insbesondere Interesse an jenen, die der eigenen Klasse angehören – der reichen Oberschicht.<br />
“Begründetes Interesse” bzw. eine Person oder Gruppe, die durch Regierungsentscheidungen etwas zu gewinnen oder verlieren hat, bewegt sich nicht auf einer Einbahnstraße. Ein Politiker kann Geld-’Spenden’ von einem Unternehmen erhalten, das er mit seinen Regulierungen bevorzugt, während der Betrieb wiederum Profit aus den für ihn vorteilhaften Regeln zieht. Für Lobbyarbeit und Spenden fließen in den USA [wie auch bei uns] jedes Jahr Milliarden Dollar, und dieses Geld wird gänzlich unter dem Vorbehalt überreicht, dass damit die Vorstellungen der Geldgeber “umgesetzt werden”.</p>
<p>Während es zahlreiche Beispiele für geheime Absprachen zwischen Regierungen und Unternehmen gibt, von der Genehmigung ungeprüfter Pharmazeutika durch die FDA (Food and Drug Administration – Lebensmittel und Arzneimittelzulassungsbehörde der Vereinigten Staaten) bis zum Erfolg der Öl-Lobby, das kalifornische Gesetz über die Reduzierung von Emissionen zu kippen, was saubere elektrische Autos auf eine Außenseiterposition verdrängte, ist das größte aus Geldinteresse begangene Regierungsverbrechen Kriegstreiberei zum Nutzen der unternehmerischen und finanziellen Auftraggeber.</p>
<p>In den Worten des zweifachen Trägers der Ehrenmedaille des Kongresses, Generalmajor Smedley D. Butler:</p>
<p>“Krieg ist eine Betrügerei, und er war es immer. Es ist wahrscheinlich die älteste, einfach die profitabelste und sicherlich die bösartigste Form einer Betrügerei. Es ist die einzige in internationalem Maßstab. Die einzige, in der die Profite in Dollar und die Verluste in Leben abgerechnet werden. Ich denke, eine Betrügerei lässt sich am besten als etwas beschreiben, das nicht das ist, was es für die Mehrheit der Leute zu sein scheint. Nur eine kleine Gruppe “Insider” weiß, worum es geht. Sie wird zum Vorteil einiger Weniger und auf Kosten der Mehrheit betrieben. Im Krieg gewinnen wenige Leute großen Reichtum…</p>
<p>Im 1. Weltkrieg fuhr eine bloße Handvoll von ihnen die Profite des Konflikts ein. Wenigstens 21.000 neue Millionäre und Milliardäre wurden in den Vereinigten Staaten während des 1. Weltkriegs gemacht… Der 65. Kongress berichtete über Unternehmensgewinne und Staatseinkünfte. Berücksichtigt wurden die Profite von 122 Fleischverpackern, 153 Baumwollherstellern, 299 Kleidungsherstellern, 49 Stahlwerken und 340 Kohleproduzenten während des Krieges. Gewinne unter 25% waren die Ausnahme. Die Kohleproduzenten zum Beispiel machten während des Krieges zwischen 100 und 7856% ihres Kapitalstands gut. Die Verpacker in Chicago verdoppelten und verdreifachten ihre Einkünfte.</p>
<p>Und lasst uns auch nicht die Banker vergessen, die den Großen Krieg finanziert haben. Wenn jemand die Sahne aller Profite hatte, dann waren es die Banker. Da es sich eher um Partnerschaften als körperschaftliche Organisationen handelt, sind sie keinen Aktionären Rechenschaft schuldig. Ihre Gewinne waren so geheim wie immens. Wie die Banker ihre Millionen und Milliarden machten, weiß ich nicht, weil diese kleinen Geheimnisse nie öffentlich bekannt werden. Nicht einmal gegenüber dem prüfenden Auge des Senats.” Butler, Smedley D., <em>War is a Racket</em>, Feral House, 1935, Kapitel 1</p>
<p>Der Zweite Weltkrieg, der in Korea, Vietnam und jetzt Irak und Afghanistan machen da keinen Unterschied: beschleunigter industrieller Ausstoß, militärische Verträge, Wiederaufbauvereinbarungen, Energie- und Ressourcenbeschaffung (Diebstahl), eine Weltbank, die durch Entbehrungen aufgrund hoher Zinsen betrieben wird, sowie Kredite privater Banken für Nachkriegswirtschaften, ja sogar Drogenhandel durch die CIA (siehe Webb, Gary, <em>Dark Alliance</em>, Seven Story Press, 1999), sind nur ein paar der hochprofitablen Mittel.</p>
<p>Es gibt einen dreifachen Anreiz zur Kriegführung:<br />
1) Gewerblicher Profit, maximiert für eine Elite,<br />
2) Ressourcenerwerb (Diebstahl),<br />
3) Geopolitische Repositionierung, um gewerblichen Profit und Ressourcendiebstahl weiter zu erleichtern.</p>
<p>Dies ist eines der größten Übel, welches durch die Gier nach Reichtum und Macht verursacht wird. Die Regierung ist mit ihrem Team an gehirngewaschenen Attentätern in die äußerste Form der Selbsterhaltung verstrickt, und solange alle Ressourcen der Welt im Interesse einiger weniger “gehortet” bleiben, werden sich die Muster des Kriegs wiederholen.</p>
<p>Nun, die obige Gliederung der “Korruption” ist nur eine grobe Einteilung. Abstufungen menschlichen Verhaltens im täglichen Leben werden ebenfalls weitgehend vom Profitmechanismus vergiftet; Unehrlichkeit, von der “Kunst der Gesprächsführung”, bei der zwei Geschäftsleute miteinander für das jeweilige Eigeninteresse konkurrieren, dabei innerlich den Anderen gering schätzen, bis zur Zwietracht, die dem Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis innewohnt, bei dem der Eine die Arbeit maximieren will, um den Stundenlohn zu drücken, während der andere seinen Zeitaufwand minimieren möchte, um mehr Einkommen zu bekommen.</p>
<p>Im Endeffekt erzeugt die Priorisierung des Profits eine dualistische ‘wir-gegen-die’-Mentalität, denn im Geldsystem muss es einen Käufer und einen Verkäufer geben; einen Arbeiter und einen Arbeitgeber; einen Auftraggeber und einen Eigner; einen Besitzenden und einen Nichtbesitzenden. Angesichts dieser Wirklichkeit ist jede Partei gezwungen, jene Bedingungen zu schaffen, die für sie am meisten Gewinn erbringen. Daher werden ständig strategische Vorteile gesucht und deshalb wütet eine ohne Unterlass fortwährende Schlacht. Wir sind dauernd gegeneinander im Krieg ums Überleben. Diese Schlacht trägt im Laufe der Zeit nur wenig im Hinblick auf umweltverträglichen menschlichen Fortschritt bei, und die kranke, verschmutzte, entstellte Welt, die du um dich herum siehst, ist das Ergebnis.</p>
<p><em>Mechanismus Vier</em></p>
<p>Wertverzerrungen</p>
<p>Unser Glauben und unsere Werte werden von der Kultur geformt. Während es zwar eine genetische Grundlage für bestimmte menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen gibt, ist unser Wissen und die Art, wie wir darüber denken und damit umgehen im Wesentlichen von der Umwelt bestimmt.</p>
<p>Mit Hinblick darauf braucht das monetäre System eine Kommunikationsform, welche die Öffentlichkeit darüber informiert, was ein Unternehmen zum Verkauf anbietet. Diese Kommunikationsform nennt man ‘Werbung’.<br />
Das Merkmal der Werbung ist ‘Reklame’, und Reklame ist eine Kommunikationsform, die, grob gesagt, eine Voreingenommenheit zugunsten des fraglichen Produkts schafft. Mit anderen Worten: Die Aufgabe der Werbung ist Verführung … oder direkter ausgedrückt – den Konsumenten so zu manipulieren, dass er ein Produkt erwirbt. Diese Manipulation nimmt viele Formen an. Eine der wirkungsvollsten ist die Beeinflussung bzw. Ausbeutung der “Werte” der Zuschauer – durch das was er oder sie wichtig finden.</p>
<p>Bevor wir jedoch zum nächsten Schritt übergehen, sollte darauf hingewiesen werden, dass die derzeitigen Muster des Massenkonsums, die wir in den USA und anderswo beobachten, so nicht immer zutrafen. Amerika ist ursprünglich in gewisser Weise auf einer protestantischen Arbeitsmoral gegründet worden, in der Wirtschaftlichkeit und Rücklagen große Werte waren. Trotzdem wurde im frühen 20. Jahrhundert eine gezielte Anstrengung der Wirtschaftsgemeinschaft unternommen, diese Vorstellungen zu verdrehen, um eine neue Armee impulsiver, ständig unzufriedener, statusbewusster Konsumenten zu formen. Werbeagenturen änderten ihre Argumente von einem zweckmäßigen Ansatz hin zu einem solchen, der sich an emotionalen Reizen und Status orientierte. Daher konsumiert der durchschnittliche Amerikaner heute doppelt so viel wie vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.Schor, Juliet, <em>The Overworked American</em>, New York Books, 1991, S. 208</p>
<p>Eine der mächtigsten Formen von ‘Wertmanipulation’ ist die Neuverknüpfung der Persönlichkeit mit einem bestimmten Ideal. Patriotismus und Religion sind klassische Beispiele hierfür, denn durch Indoktrination in jungen Jahren werden Menschen oft auf eine enge persönliche Bindung an ein Land oder eine Religion konditioniert, folglich werden diese die Person so prägen, dass sie die Lehrmeinungen vorbehaltlos unterstützt.</p>
<p>Ein anderes Beispiel dafür ist das Konzept der “Mode”. Moden gibt es in vielen Bereichen, von der Bekleidung, die wir tragen bis hin zu Ideologien, die wir bewahren und weitergeben. Wie erfolgreich die kommerzielle Industrie menschliche Werte zu ihrem Vorteil manipuliert, kann man beispielsweise daran sehen, dass Menschen bestimmte Markenprodukte tragen, im Glauben damit ihren sozialen “Status” oder den “persönlichen Stil” zur Schau zu stellen. Hemden mit der “Tommy Hilfiger” Signatur, echte “Prada” Handtaschen und protzige “Rolex” Armbanduhren sind Beispiele für Produkte, bei denen die Nützlichkeit zugunsten der repräsentativen Bedeutung als Statussymbol in den Hintergrund tritt.</p>
<p>Leider sind sich diese Menschen nicht bewusst, dass sie wandelnde Werbeschilder für die jeweilige Firma sind und nichts weiter.</p>
<p>Der “Status” oder “Stil” existiert in Wirklichkeit nur in den konditionierten Wertvorstellungen dieser Person, und wenn genügend viele Menschen in derselben Weise manipuliert werden, entsteht ein “Trend”, der diese Täuschung durch kollektive Identifikation verstärkt. Diese Trends können so bedeutsam werden, dass diejenigen, die der Modewelle nicht folgen, als Außenseiter betrachtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.</p>
<p>Lassen wir mal die Eitelkeit außer Acht, so müssen auch noch die verzerrten Werte in der Geisteshaltung und Weltanschauung untersuchen. Das ständige Streben nach Eigeninteresse breitet sich wie Krebs in andere psychologische Gebiete aus und erzeugt oder verstärkt Neurosen wie “Habgier”, “Eifersucht” und “Egoismus”.</p>
<p><em>Habgier</em> ist wahrscheinlich die stärkste Antriebskraft für die Aufrechterhaltung des monetären Systems neben dem nackten Überleben. Die Verschachtelung von Waren und Dienstleistungen (also des Lebensstandards), die für Menschen mit mehr und mehr Kaufkraft zur Verfügung stehen, bewirkt, dass der Mensch erzogen wird, ständig mehr materiellen Wohlstand zu wollen, wobei das “mehr” ins Unendliche geht. Das Ergebnis ist eine Kultur, die keine Vorstellung von Ausgewogenheit hat, geschweige einem Sinn, was “wichtig” oder was “genug” ist. Werbung verstärkt das durch die ständige Vorspiegelung “der Möglichkeiten”, was dazu führt, dass Menschen ihren Selbstwert in Frage stellen, weil sie nicht “die besten Dinge im Leben” besitzen, usw.</p>
<p><em>Eifersucht</em> scheint sehr früh etabliert zu werden, vielleicht sobald der Lehrer den Schüler lobt, der gute Noten schreibt, während er den schlechten Schüler tadelt, wodurch dieser neidisch auf den guten Schüler wird. Ungeachtet des Ursprungs ist es eine klassische Taktik der Werbung, diese Neurose zu missbrauchen, indem eine Person dargestellt wird, die etwas hast, was du nicht hast, wodurch du das Gefühl bekommst, dass du dieses “etwas” auch brauchst, damit du “gleichwertig” bist. Das ist der Habgier schon sehr nahe, mit der Ausnahme, dass Menschen zunehmend andere verachten für das was sie haben, wodurch soziale Spannungen und Konflikte verursacht werden.</p>
<p><em>Egoismus</em> wird oft definiert als ‘ein Gefühl der Überlegenheit anderen gegenüber’. Diese Verzerrung tritt grundsätzlich in zwei Formen auf:<br />
1) Ein generelles Überlegenheitsgefühl basierend auf Reichtum oder der Stellung in der gesellschaftlichen Hierarchie<br />
2) Arroganz betreffend dem eigenen kreativen Beitrag, die nach Prestige, Anerkennung oder anderen “Vergütungen” verlangt.</p>
<p>Letzteres scheint für viele fast “natürlich”, weil Menschen es heutzutage lieben, sich ihre Ideen und Erfindungen als Verdienst “anrechnen” zu lassen. Das wird im monetären System gefördert, weil man mit Erfindungen gut Profit machen kann. Diese Tatsache wiederum verstärkt die Neigung eines Menschen für das, was er oder sie tut, Anerkennung zu verlangen, wenn auch nicht immer in finanzieller Form.<br />
Dabei soll klargestellt sein, dass kein Mensch ganz allein etwas erfindet oder erzeugt. Jede Idee, jedes Erzeugnis basiert auf Arbeit, die von früheren Generationen geleistet wurde, auf Einflüssen der Umgebung und/oder Feedback durch andere Experten auf dem Gebiet. Wie Isaac Newton sagte: <strong>“Wenn ich weiter gesehen habe, dann nur, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.”</strong> Newton, Isaac, <em>Letter to Robert Hooke</em>, February 5<sup><span style="font-size: x-small;">th</span></sup> 1675 Damit brachte er zum Ausdruck, dass seine Forschung, und daher seine Entdeckungen, nur möglich waren, weil sie auf der Arbeit von vielen anderen großen Wissenschaftlern, die vor ihm lebten, basieren. Sein Ansehen ist daher nicht nur sein eigenes, sondern es betrifft gleichermaßen den ganzen Wissenskörper, den er sich in seiner Ausbildung angeeignet hatte, und auf dessen Basis er seine eigene Arbeit begonnen hatte.<br />
Diese Form von Egoismus hat keine Berechtigung, wenn eine Person versteht, dass ALLE Erfindungen und Erzeugnisse in Wirklichkeit schrittweise entwickelte Kollektivarbeit sind, in der einen oder anderen Weise.</p>
<p>Um auf die erste Definition von Egoismus (“generelles Überlegenheitsgefühl basierend auf Reichtum”) zurückzukommen: Dies ist eine klassenbasierte Gesinnung, die auf einer gewissen Ebene hilft, sich besser zu fühlen, weil man mehr als ein anderer Mensch besitzt. Für eine wohlhabende Person, die eine Straße entlang geht, ist es viel einfacher, einen Obdachlosen wegzuschicken, weil er “nur ein Faulpelz” sei, anstatt in ihm ein Opfer der Kultur zu sehen. Auf einer anderen Ebene verleitet blindes Elitedenken in Form einer Art ‘klassenbasierten Rassismus’ Leute dazu, jene mit weniger Kaufkraft als lediglich “zweitklassig” oder “unwürdig” abzutun, denn der soziale Rang, die Bildung und die Lebensart, welche sich diese Elite leistet, ist für für jene ohne ähnlich große Kaufkraft weitestgehend außer Reichweite, wodurch krasse kulturelle Unterschiede entstehen.<br />
Unsere Werte gründen sich schließlich auf das, was funktioniert und was uns zu einem leichteren, besseren Leben verhilft. Wenn wir in einem System leben, das Wettbewerb, unaufgeklärten Eigennutz, Korruption, Eitelkeit und Überheblichkeit belohnt, dann werden das auch die Werte sein, die in der Gesellschaft ständig aufrechterhalten werden. Obwohl viele Leute Lippenbekenntnisse zu “Aufrichtigkeit”, “Sorge tragen für Andere” und “Bescheidenheit” abgeben, ist leicht ersichtlich, warum diese Qualitäten sich nicht durchsetzen, denn die Überlebensstrategien in der heutigen Gesellschaft unterstützen bzw. verstärken sie nicht.</p>
<p><em>Mechanismus Fünf</em></p>
<p>Finanzmanipulationen</p>
<p>Was wir heute als Geld verwenden, wird “fiat” genannt, d.h. sein Wert leitet sich im Wesentlichen aus einem Regierungserlass ab. Mit anderen Worten gibt es nichts, das den Wert der Währung “deckt”, außer vielleicht der Schweiß der Arbeiter, die ihre Dienste für Geld eintauschen. Vor vielen Jahren hatten viele Währungen den ‘Goldstandard’, der eine scheinbar greifbare Grundlage für den Wert eines Geldscheins bildete. Doch das war immer noch komplett willkürlich, denn der Quellwert wurde lediglich auf den Rohstoff namens “Gold” übertragen, der ebenfalls keinen Wert in sich darstellt. Der ‘Wert’ jedes Dings ist abhängig von seiner Knappheit (Angebot) und der Nachfrage, und diese Eigenschaften sind stets im Fluss und daher unbeständig.</p>
<p>Dieser sogenannte Ausgleich von “Angebot und Nachfrage” hat unmittelbare Auswirkungen auf den <em>Geldwert</em>. Wert wird innerhalb des Fiat-Systems daraus abgeleitet, wieviel Geld innerhalb der Ökonomie im Umlauf ist. Wie bei jeder natürlichen Ressource gilt: Je mehr Geld im Umlauf ist, desto weniger ist die einzelne Einheit des Fiat-Geldes wert. Wenn weniger Geld in Umlauf ist, verleiht das jeder Einheit entsprechend mehr Wert. Dieses Phänomen nennen wir allgemein “Inflation” und “Deflation”. Die klassische Definition von Inflation ist ‘steigende Preise’ (Preisinflation), während Deflation ‘fallende Preise’ bedeutet. Aber die primäre Ursache dieser ‘Preisinflation’ und ‘Preisdeflation’ ist das Steigen und Fallen der Geldmenge (Geldinflation). Nebenbei gesagt gibt es noch andere mögliche Ursachen für diese Zustände. Über- oder Unterproduktion kann ebenfalls darauf einwirken. Es kann auch Phasen der Inflation und Deflation zur selben Zeit geben, wenn es z.B. zu einer Systemkrise kommt, die die Geldmenge schneller schrumpfen lässt, als Geld geschaffen und eingebracht werden kann. Sehr einfach: Wenn neues Geld in die Wirtschaft gepumpt wird, ohne auf die derzeitige Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen Rücksicht zu nehmen, werden die Preise in diesem Wirtschaftssystem wahrscheinlich steigen und der Wert des Geldes wird proportional geringer. Das ist eine “inflationäre Erscheinung”. Wenn das neue Geld jedoch schnell zur Schaffung neuer Güter und Dienstleistungen verwendet wird und gleichzeitig eine Nachfrage nach diesen Produkten besteht, kann es mit nur unerheblicher Inflationswirkung in die Wirtschaft eingeführt werden. Wenn z.B. der Markt nach neuen Wohnungen verlangt und die Regierung 1 Mrd. Dollar neuen Geldes in die Wirtschaft injiziert, und all das Geld für die Schaffung dieser neuen Wohnungen verbraucht wird, die dann jemand kauft, sind die inflationären Erscheinungen gering.<br />
Die Erhöhung der in einem Wirtschaftssystem verfügbaren Geldmenge nennt man <em>Geldmengenexpansion</em>, während man eine Verminderung des Geldangebotes <em>Geldmengenkontraktion</em> nennt. Wenn diese beiden Kräfte im Spiel sind, führt dies zu einem zyklischen Trend, der “Expansions- und Kontraktions-Kreislauf” genannt wird oder auch “Wirtschaftskreislauf”, “Konjunktur” oder “Boom und Rezession” (mehr dazu weiter unten). Im Allgemeinen wird die Expansionsperiode für gewöhnlich mit “Wirtschaftswachstum” in Verbindung gebracht, da mehr Geld investiert wird und oft auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Umgekehrt wird die Kontraktions-Periode oft Rezession oder Depression genannt, da das Geld zurückgeht und daher weniger Geld investiert werden kann, wodurch Arbeitsplätze und Unternehmen pleite gehen.</p>
<p>Das Konzept “Wirtschaftswachstum” wird üblicherweise definiert mit der “Steigerung der Summe der in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen in einem bestimmten Zeitraum”. Das Verfahren zur Messung des Bruttoinlandsprodukts, das im Wesentlichen den ‘Ertrag’ den ‘Vorleistungen’ einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum gegenüberstellt, wird für gewöhnlich verwendet, um dieses sogenannte “Wirtschaftswachstum” zu messen.</p>
<p>Bevor es weitergeht, sei angemerkt, dass das gesamte Konzept des Wirtschaftswachstums, wie es herkömmlich aufgefasst wird, hinsichtlich der wahren menschlichen Entwicklung <em>Nonsens</em> ist. Es gibt so etwas wie Wirtschaftswachstum nicht, denn der zugrundeliegende Mechanismus ist fast vollständig auf der Liquidität (Geldmenge) des Systems aufgebaut. Mit anderen Worten: Wenn ich 100 Millionen Dollar fälsche und dir gebe, damit du ein Gewerbe gründest (du weißt nicht, dass das Geld gefälscht ist), und du kaufst und sanierst ein altes Gebäude, heuerst ein Team von Angestellten an und beginnst mit der Produktion eines Guts, das von Leuten gekauft wird, dann würde man darin eine ‘Wirtschaftsexpansion’ sehen. Du hast in Grundbesitz investiert, die Beschäftigungsrate erhöht und neue Produkte geschaffen, die jemand kauft, somit die Geldzirkulation angeregt (den ‘Konsumkreislauf’).<br />
Was wäre nun, wenn man herausfände, dass all dein Geld falsch war und die gesamte Sache gestoppt würde? Das wäre dann eine ‘Kontraktion’ der Wirtschaft, denn das Geld würde dadurch verschwinden; deine Angestellten würden entlassen werden, das Gebäude zwangsvollstreckt und die Produktion eingestellt.</p>
<p>Wenn man obiges Szenario zugrunde legt, muss man fragen: Was war das <em>wirkliche</em> Wachstum? Wenn die Steigerung (Expansion) der Geldmenge die Schaffung von Arbeitsplätzen und Erzeugnissen ermöglicht, während aus der Schrumpfung (Kontraktion) ein Verlust von Arbeitsplätzen und Erzeugnissen entsteht, was genau war dann der springende Punkt?</p>
<p>Um dies besser zu verstehen, müssen wir einen Blick darauf werfen, wie Geld von der Regierung bzw. deren Zentralbank geschöpft und gesteuert wird. Als Beispiel werden wir die Vereinigten Staaten und deren Zentralbank benutzen – die <em>Federal Reserve</em><em> </em><em>(Fed)</em>.</p>
<p>Wie oben erwähnt ist der Zyklus von Expansion und Kontraktion ein wiederkehrendes Muster, das mit dem Einspeisen von Geld in, und dessen Herausnahme aus dem System zu tun hat. Dieses Muster wird weitgehend von der <em>Federal Reserve</em> mittels <em>Zinssätzen</em> kontrolliert und beeinflusst. Der Zinssatz ist eine Gebühr, die von einem Schuldner für die Verwendung einer gewissen Geldmenge bezahlt wird. Die Gebühr fußt auf prozentualen Anteilen der geliehenen Menge.<br />
Da alles Geld in der US-Wirtschaft und fast jeder anderen Ökonomie in der Welt durch <em>Schulden</em> aus Krediten geschaffen wird (siehe Chicago Federal Reserve, <em>Modern Money Mechanics</em>, 1963), hängt die Geschwindigkeit, mit der Geld entsteht, davon ab, wieviel eine Person an Zinsen zu zahlen bereit ist, um den Kredit zu bekommen. Die Geschäftsbanken richten ihre Zinssätze nach von der Zentralbank vorgegebenen Werten.<br />
In Amerika z.B. ist der “Basiszinssatz” der niedrigste Zinssatz, den Banken ihre kreditwürdigsten Kunden abnehmen. Dieser Tarif richtet sich nach dem “Leitzins”, der von der <em>Federal Reserve</em> festgesetzt wird.<br />
Das Augenmerk dieses Buches liegt zwar nicht darauf, die komplexen, in Fachsprache gehüllten Methoden des Bankensystems auseinanderzunehmen, trotzdem ist es wichtig zu verstehen, dass die <em>Federal Reserve</em> die Macht hat, die Zinssätze aller Banken zu beeinflussen. <em>Dies bedeutet nämlich in die Macht, die Menge des verliehenen Geldes zu steuern, und damit die zirkulierende Geldmenge.</em></p>
<p>Wenn die <em>Fed</em> ihre Zinssätze senkt, tun dies auch die Geschäftsbanken, und Kredite werden günstiger. Wenn die <em>Fed</em> ihre Zinssätze erhöht, werden Kredite teurer.<br />
In einem Umfeld mit niedrigen Zinsen werden eher mehr Menschen dazu neigen, Geld zu verleihen, zu gebrauchen und sogenanntes “Wirtschaftswachstum” (Expansion) zu erzeugen. In einem Umfeld mit hohen Zinsen können es sich weniger Leute leisten, Geld zu leihen, es wird weniger verwendet und das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich oder ist sogar rückläufig (Kontraktion).<br />
Das alles gehört zur sogenannten “Konjunktur”. Die <em>Federal Reserve</em> kann durch Regelung der Zinssätze die Expansion und Kontraktion des Geldes bis zu einem gewissen Grad nach Belieben drosseln. Im Falle eines Wirtschaftsversagens, wenn Schuldenhöhe bzw. Inflation außer Kontrolle gerät, hat die Regelung der Zinssätze eine geringe bis gar keine Wirkung. Mehr darüber in Kapitel 2.</p>
<p>Warum muss die <em>Fed</em> dies im Griff haben?<br />
Um das zu verstehen, muss man sich in Erinnerung rufen, dass (1) <em>alles Geld aus Schulden geschöpft wurde</em> (Kredite), und dass (2) der Anstieg der Geldmenge zu Inflation führen kann.</p>
<p>Wenn die Geldmenge stetig wachsen (expandieren) dürfte, wäre es schlicht eine Frage der Zeit, bevor der Markt mit überschüssiger Liquidität gesättigt wäre und das Wirtschaftswachstum ersticken würde. Das würde eine Inflation auslösen, das Geld entwerten, die Preise steigern. Desgleichen sind offene Schulden direkt proportional zur Geldmenge. Je mehr also ein Wirtschaftssystem expandiert, desto mehr Schulden werden geschaffen. Dies bereitet eine unvermeidliche Systemkrise vor, denn das Geld, das man benötigt, um die für die Kredite <em>fälligen Zinsen</em> zu bezahlen, existiert in der Ökonomie zunächst nicht. Wer mit dieser Tatsache nicht vertraut ist, lese bitte <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.webofdebt.com/" target="_blank">Web of Debt</a></span></span> von Ellen Brown, Kapitel 2. <em>Daher gibt es immer mehr offene Schulden als Geld vorhanden ist.</em> Wenn die Schulden einmal höher gewachsen sind, als eine Person oder Gesellschaft es sich leisten kann, gerät sie in Verzug (oft systematisch), Kreditquellen fließen schwächer bzw. versiegen und die Geldmenge kontrahiert. Dieses besondere Szenario, bei dem Schulden die Expansion überwältigen oder zunichtemachen, könnte man schlicht “finanziellen Zusammenbruch” nennen.</p>
<p>Bevor wir nun fortfahren, müssen wir etwas genauer über Schulden reden. Es sollte klar verstanden werden, dass die Schulden selbst auch ein sehr wirksames Werkzeug zur sozialen Kontrolle sind, aber nicht so, wie sich das die meisten vorstellen. In einem Geldsystem ist die gesamte Struktur auf der Teilnahme von Menschen aufgebaut. Die Struktur ist immer hierarchisch, weswegen die an der Spitze der Pyramide mehr profitieren, als die Mehrheit am unteren Ende. Deshalb ist es für jene an der Spitze ein positiver Sachverhalt, Leute motiviert zu halten, erwerbstätig zu sein, den Verlust ihres Jobs zu fürchten und daher unterwürfig zu sein. Jemand, der einen Job “braucht”, wird wahrscheinlich eher eine niedrige Entlohnung annehmen und weniger Probleme erzeugen.<br />
Einer der bewährtesten Wege, Leute zum Arbeiten und zur Unterordnung zu bringen, ist, <em>sie in Schulden zu stürzen</em>. Eine stark verschuldete Person wird dem System gegenüber viel gehorsamer sein, als eine, die keine Schulden hat. Über den Mechanismus der “Schuldsklaverei” wird wenig geredet, denn die meisten denken nicht einmal darüber nach. Jeder existierende Dollar und Euro muss im Prinzip an das Bankensystem zurückgezahlt werden, und zu diesem Zweck muss das Geld von den verschuldeten Parteien “verdient” werden, üblicherweise in Form von “Lohn” oder “Profit”, was menschliche Dienstbarkeit oder sogar Knechtschaft erfordert.</p>
<p>Dieses Problem ist verbunden mit der Tatsache, dass es <em>immer</em> mehr offene Schulden gibt, als Geld existiert (wegen der verlangten Zinsen), was den Versuch der Öffentlichkeit, innerhalb des Systems auf Null herauszukommen, nutzlos macht. Es wird immer weiter Schulden zurückzuzahlen geben, was die Versklavung der Massen sichert.</p>
<p>Im nächsten Kapitel werden wir die Analyse des Finanzsystems und seiner Strategien fortführen, um zu zeigen, wie das wiederholte Versagen des Systems auf die eine oder andere Art in dessen Gefüge selbst verankert ist.</p>
<p>Zuvor fassen wir zusammen, was in diesem Kapitel besprochen wurde:</p>
<p>Zusammenfassung von Kapitel 1</p>
<p>Unsere Welt wird durch die Anwendung der Geldwirtschaft (das “Geldsystem”) bestimmt. Auf diesem System aufbauend wird der ‘Wert’ eines Guts oder einer Dienstleistung durch die <em>Verfügbarkeit</em> (Grad der Knappheit) der notwendigen Ressourcen festgelegt, und ebenso durch die Art und Menge <em>menschlicher Arbeit</em>, die im Produkt oder Dienst enthalten ist. Aus dieser Werttheorie kann man ableiten, dass, falls Güter und Dienstleistungen ohne menschliche Arbeit hergestellt werden könnten und außerdem Ressourcen in reichem Überfluss vorhanden wären, dann der Wert (das Preisschild) Null wäre, und demzufolge gäbe es überhaupt keinen Geldwert. <strong>Wenn eine solche Lage einträte, etwa durch durch die Anwendung von Automation statt Arbeit, und durch chemische Prozesse zur Ersetzung knapper Rohstoffe, hätte das gesamte Finanz-/Profitsystem keine Basis und könnte nicht existieren.</strong></p>
<p>Eine treibende Grundkonstante des Markts ist <em>Knappheit</em>. Das freie Unternehmertum möchte Knappheit, denn diese steigert die Nachfrage. Diese Tatsache erzeugt eine augenblickliche Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt und menschlichen Belangen und verstärkt missbräuchliche Verfahrensweisen, welche <strong>die Produktionskapazitäten und die Verfügbarkeit der Ressourcen </strong><em>begrenzen</em><strong>, anstatt sie zu zum Wohle aller zu erweitern. Deshalb ist Überfluss unmöglich</strong>. Auch das Geld im System wird absichtlich durch die Zentralbanken verknappt, wodurch Menschen tagtäglich gezwungen sind, einander zu bekämpfen, niemals genug für alle vorhanden ist und Armut und Klassenschichtung aufrecht erhalten werden.</p>
<p>Das Geldsystem braucht ‘zyklischen Konsum’, oder ständigen Absatz auf den Märkten. Daraus folgt ein natürlicher Hang bzw. Bedarf zur Schaffung schnell versagender minderwertiger Produkte. Denn wenn haltbare, unverderbliche, nachhaltige Güter hergestellt würden, würde der Markt darunter leiden, da weniger Grund zu Reparatur oder Neukauf eines Produkts bestünde. Das führt zu einem hohen Grad an Vielfalt, Überschuss und Verschmutzung. <strong>Wenn die Güter einer Gesellschaft tatsächlich dazu gedacht wären, </strong><em>lange Zeit zu halten</em><strong>, indem man die besten bekannten Rohstoffe und Methoden verwendete, könnte das Geldsystem nicht bestehen, denn es kann nur funktionieren, wenn ständig finanzieller “Input” durch Einkäufe erbracht wird.</strong></p>
<p>Die wichtigste menschliche Streben ist das Überleben. In einem Geldsystem wird dieses eingebaute Eigeninteresse in ständiges Streben nach ‘Profit’ umgewandelt. Diese Einstellung hat der Gesellschaft erwiesenermaßen weit mehr Probleme als Nutzen beschert, denn das öffentliche Interesse muss gegenüber finanziellem Gewinn immer zurückstehen. Wenn das Unternehmertum wirklich um die Gesellschaft ‘besorgt’ wäre und zuallererst im Interesse des Gemeinwohls und der Menschen handelte, <em>würde das Geldsystem nicht funktionieren</em>, denn die gesamte Ausrichtung der Struktur verlangt nach “Wettbewerbsvorteilen”. Anders ausgedrückt haben ‘Gleichheit’ und ‘Fairness’ keinen Platz in einem System, in welchem Überleben vollständig auf Wettbewerb aufbaut. Natürlich werden die Verteidiger des Systems behaupten, dass es “Anreize” schafft, aber diese Anreize sollen lediglich zur Verfolgung finanziellen Gewinns motivieren, nichts anderes. Bedeutsame Beiträge zur Gesellschaft sind ein zufälliges Nebenprodukt des Systems, nicht das eigentliche Ziel. Wirtschaftskorruption ist ebenfalls immer vorhanden, häufig einfach als normal und rechtmäßig hingenommen. Gleichzeitig ist <em>Krieg</em> die extremste Form von Wirtschaftsstimulation, und das macht aus Tod und Zerstörung etwas Positives für jene, die aufgrund ihrer geschäftlichen oder politischen Situation davon profitieren. Krieg wird vielmehr – unabhängig von seiner Unmenschlichkeit – von der Industrie gewollt. <strong>Angesichts dieser Wirklichkeit wird Krieg vermutlich nie verschwinden, solange das Profitsystem etabliert bleibt, und gleichzeitig wird das menschliche Verhalten selbst stets einen Hang zum Missbrauch zeigen, solange man Vorteile über andere erringen muss, um zu überleben.</strong></p>
<p align="LEFT">Das menschliche Wertesystem ist in großen Teilen ein Ergebnis der Lebensumstände. Der Einfluss des Geldsystems hat sowohl durch die rücksichtslose Einstellung, die es zur Gewinnerwirtschaftung braucht, als auch durch die entstellten Werte, die die Werbeagenturen erzeugen, um Leute zum Kaufen zu erziehen, eine Kultur nutzloser, aggressiver und unsicherer Menschen hervorgebracht. Eitelkeit, Stolz, Eifersucht und Gier sind alles Nebenprodukte des Systems. Und wo es um die ‘Förderung’ von Verkäufen geht, ist das Ergebnis wichtiger als das Mittel. Gleichermaßen schafft die auf Wettbewerb beruhende, am Eigennutz orientierte Motivation des Besitzstrebens eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohl anderer und erhält Schieflagen zum Zwecke des Missbrauchs und der Vorteilsgewinnung aufrecht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>weiter zum Kapitel 2: <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-2-der-endgueltige-zusammenbruch/">Der endgültige Zusammenbruch</a></h3>
<h6><em><a href="http://www.zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/1-geldwirtschaft/" target="_blank">SOURCE: TZM &#8211; RBE (Stand: 27.10.2011)</a></em></h6>
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		<title>Ressourcenbasierte Wirtschaft &#8211; Kapitel 2: Der endgültige Zusammenbruch</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 22:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rusty</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Jenseits der Verantwortungslosigkeit David Walker, ehemaliger Präsident des amerikanischen Rechnungshofes und Leiter des Rechnungs- und Untersuchungsausschusses, warnte vor den Wahlen im Jahr 2004 davor, dass die Vereinigten Staaten und ihre Steuerzahler spätestens 2009 nicht mehr in der Lage seien, die &#8230; <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-2-der-endgueltige-zusammenbruch/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jenseits der Verantwortungslosigkeit</strong></p>
<p>David Walker, ehemaliger Präsident des amerikanischen Rechnungshofes und Leiter des Rechnungs- und Untersuchungsausschusses, warnte vor den Wahlen im Jahr 2004 davor, dass die Vereinigten Staaten und ihre Steuerzahler spätestens 2009 nicht mehr in der Lage seien, die Zinsen der Staatsverschuldung zu zahlen, wenn man keine tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen vornimmt. Im Jahr 2001 befand eine vom US-Finanzministerium autorisierte Studie, dass bis zum Jahr 2013 die Einkommenssteuer auf 65 % erhöht werden müsste, um den Schuldenzahlungen (bei deren momentaner Wachstumsrate) Folge leisten zu können. Wenn die Vereinigten Staaten es sich nicht mehr leisten können, die Zinsen auf ihre Schulden zu zahlen, dann wäre das die letzte Phase des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und hätte somit einen totalen Bilderbuch-Bankrott zur Folge. Aufgrund inhärenter finanzieller/kommerzieller Abhängigkeiten würde sich diese systemische Krise wahrscheinlich wieder auf den Rest der Welt auswirken.</p>
<p>Wie konnte das geschehen? <span id="more-296"></span> Warum betrugen im Januar 2009 die US-Staatsschulden 12.250.000.000.000 US Dollar? Von den 203 Ländern der Erde sind heute nur vier (!) schuldenfrei. Die externe Verschuldung aller Regierungen der Welt beträgt zusammengenommen ungefähr 52 Billionen US Dollar, und diese Zahl beinhaltet noch nicht einmal die riesigen Haushaltsschulden der einzelnen Länder.</p>
<p>Im Grunde genommen ist die ganze Welt bankrott. Aber wie? Wie kann sich die Welt selbst Geld schulden?<br />
Der Unsinn der ganzen Situation ist offensichtlich. Es gibt so etwas wie “Geld” überhaupt nicht. Es gibt nur planetare Ressourcen, menschliche Arbeit und menschliche Erfindungsgabe. Das monetäre System ist nichts weiter als ein Spiel … und zwar ein veraltetes und kaputtes Spiel. Diejenigen, die sich in Machtpositionen befinden, ändern die Regeln des Spiels nach Belieben. Diese Regeln werden von denselben wettbewerbsorientierten, verstörten Prinzipien bestimmt, die im alltäglichen “monetären” Leben gelten, nur dass diese manipuliert werden, um diejenigen zu begünstigen, die Macht besitzen.</p>
<p>Wenn du zum Beispiel 1 Million Dollar hast und dieses Geld mit 5 % Zinsen mittels Einlagezertifikaten anlegst, dann erhältst du 50.000 Dollar im Jahr einfach nur für diese Anlage. Du machst aus Geld Geld … aus Papier Papier … sonst nichts – keine Erfindung – kein Beitrag zur Gesellschaft – gar nichts. Nachdem wir das festgestellt haben … wenn du zur unteren oder mittleren Schicht gehörst, also beschränkte finanzielle Mittel besitzt und du auf zinsbasierte Darlehen zurückgreifen musst, um dir deine Wohnung leisten zu können oder um Kreditkarten zu benutzen, dann zahlst du Zinsen an die Bank, welche die Bank dann (so lautet die Theorie) dazu verwendet, um der Person mit dem 5 %-Einlagenzertifikat ihre Zinsen zu bezahlen! Diese Gleichung ist nicht nur ungeheuerlich widerwärtig, weil sie durch Zinswucher “von den Armen stiehlt und den Reichen gibt”, sondern sie erhält durch ihre Ausgestaltung auch noch die Schichtenteilung aufrecht, so dass die unteren Schichten unter der ständigen Last der Schulden arm bleiben, während die oberen Schichten reich bleiben, indem sie überschüssiges Geld ohne jegliche Arbeit in noch mehr Geld verwandeln.</p>
<p>Von dieser Realität abgesehen gibt es noch andere Spiele in diesem System, die für Jahrzehnte funktioniert haben, nun aber in der unabwendbaren mathematischen Katastrophe fehlschlagen, die bereits vor 100 Jahren vorhergesehen wurde.</p>
<p>Der “Boom- und Bust- Zyklus” (auch bekannt als der Geschäftszyklus)</p>
<p><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Boom_and_bust">Oberflächliche Definitionen</a> des Geschäftszyklusses lesen sich in etwa so: “Die wiederkehrenden Unregelmäßigkeiten in ökonomischer Aktivität, namentlich Rezession, Erholung, Wachstum und Niedergang”. Dies sagt jedoch nichts über die Gründe für diese Unregelmäßigkeiten aus. Während es verschiedene Theorien über die Gründe dafür gibt, scheint es so, dass die meisten Ökonomen vor dem “Elefanten im Porzellanladen” zurückschrecken … und das ist der machtvolle Effekt der Kontraktion (Entnahme von Geld) und der Expansion (Hinzufügen von Geld) auf den Geschäftszyklus.</p>
<p>Wenn Geld dem Geldpool hinzugefügt wird, dann wird dieses Geld typischerweise zweckgebunden verwendet. Sehr oft wird dadurch die Gründung eines Geschäfts, der Kauf eines Hauses, die Investition in ein Börsengeschäft und weiterem mehr getätigt. Diese Verwendung von Geld führt oft zu sogenanntem “wirtschaftlichen Wachstum”. Kreditexpansion in der Form von Privat- und Geschäftskrediten ist tatsächlich die verdeckte Kraft hinter dem ökonomischem Wachstum. Dies ist im Grunde die “Boom”-Periode des Geschäftszyklusses. Wenn du die vorangegangene Trends des ökonomischen Wachstums in den USA untersuchst, wirst du eine konstante Korrelation zu der Kreditexpansion erkennen. (Zum Beispiel die IT-Blase 1990-2000)</p>
<p>Unglücklicherweise kann Geld nicht in unbegrenzten Mengen der Ökonomie zugeführt werden, weil die mit der Expansion einhergehenden Schulden und die Inflation schließlich die “Wachstums”-Gewinne auffressen. Dies liegt an der Tatsache, dass ständig neues Geld benötigt wird um die anwachsenden Schulden zu decken, was wiederum an der Notwendigkeit der Rückzahlung der Kreditzinsen liegt (das Geld dafür ist im Geldpool nicht vorhanden).</p>
<p>Deshalb zeigen die ökonomischen Indikatoren nach einer Zeit des ökonomischen Wachstums (Boom) jetzt eine schwächelnde Wirtschaft an. Die Finanzbehörden können jetzt aus zwei Alternativen wählen:</p>
<p>[1] Die Expansion durch die Zuführung von noch mehr Geld fortzuführen, dies wird durch die Senkung von Kreditzinsen bewerkstelligt (Für 2009 sind diese bereits weltweit nahe 0%), oder sie durch die simple Bewegung von großen Geldsummen in einzelnen Bereichen zu erzwingen (So wie 2008 der Bankenfreikauf in den USA für 700 Milliarden Dollar).</p>
<p>[2] Ein Auslösen der Kontraktion (Rezession) durch die Erhöhung der Kreditzinsen, um die Wirtschaft wieder auf eine Art Gleichgewicht zurückzuführen. Dies sind generalisierte, aufgezählte Beispiele. Dieser Artikel möchte weder alle Sachverhalte noch Einzelheiten nennen.</p>
<p>Soweit es die Geschichte betrifft, wurde beides parallel vorangetrieben. Die Idee dahinter ist, dass durch die Zuführung von Liquidität die Wogen der Rezession “geglättet” werden können. Die Begründung ist einfach. Für die herrschende Klasse ist es politisch schädlich unbeschäftigte, arme Einwohner zu haben. Dies kann zur Verachtung der Anführer führen und vielleicht zu Revolution. Deshalb kommt es immer auf die Beschwichtigung der Öffentlichkeit mit falschen Sicherheiten an, um die Wahrheit über das inhärent dysfunktionale und korrupte Schneeballsystem, welches wir monetäres System nennen, daran zu hindern, an die Öffentlichkeit zu gelangen. In einem System, in dem Geld aus Geld durch die Erschaffung von Schulden entsteht, worauf Zinsen erhoben werden, wodurch mehr geschuldet wird als überhaupt im Umlauf ist – hat man ein Paradebeispiel für ein Schneeballsystem. Das Werkzeug wird partielles Reservesystem genannt. In Ellen Browns Web of Debt steht in Kapitel 2 mehr über diese monetären Geldexpansionsstrategien.</p>
<p>Aber wenn man bedenkt, dass Geld zu Zeiten der Kontraktion immer ins System gepumpt wurde, ist der “durchschnittliche” Pfad im Grunde stetig ansteigend. Schaubild 2 ist ein idealisiertes Abbild von dem, was in den letzten 70 Jahren passiert ist und was passieren könnte, wenn die “Große Kontraktion” unmittelbar bevorsteht.</p>
<p><img src="http://www.shadowstats.com/imgs/sgs-m3.gif?hl=ad&amp;t=1307739892" alt="Schaubild 2" /></p>
<p>Seit März 2006 veröffentlicht die US Regierung nicht länger M3, die vollständige Geldmenge in der Wirtschaft. Weshalb? – Sie wollen nicht, dass die Öffentlichkeit erkennt, wieviel Geld in das System gepumpt wird. </p>
<p>Unabhängig von der unterbrochenen Information durch die Fed ist es freien Ökonomen gelungen, die Bestandteile von M3 unabhängig voneinander zu verfolgen und es wurde beobachtet, dass M3 von 10 Billionen 2006 auf 14,5 Billionen 2008 gestiegen ist, das ist eine fast 50% Zunahme in drei Jahren.</p>
<p>Wie weit kann uns das führen? Mit dieser Rate werden 2015 30 Billionen Dollar verfügbar sein.</p>
<p>Nur weil Geld ins System gepumpt wird, heißt das noch nicht, dass ökonomisches Wachstum stattfindet. Dies ist ein wichtiger Fakt. Zum Beispiel ist ein Indikator für ökonomisches Wachstum die Schaffung von Jobs. Schaubild 5 zeigt die US Beschäftigungszahlen, einschließlich der SGS. Die SGS Alternative Arbeitslosenzahl berechnet sich wie derzeitige Arbeitlslosenerhebungsmethoden. Allerdings mit der von SGS geschätzten Anzahl der “entmutigten Arbeiter”, die von der Clinton Regierung herausdefiniert und auf die offiziellen BLS Schätzungen der U-6 Arbeitslosigkeit aufgerechnet wurden. SGS beachtet auch diejenigen Amerikaner, die schlicht deswegen nicht als “arbeitslos” erfasst werden, weil ihre Erfassungsfrist abgelaufen ist.</p>
<p><img src="http://www.shadowstats.com/imgs/sgs-emp.gif?hl=ad&amp;t=1307108139" alt="Schaubild 5" /></p>
<p>Während offizielle Behörden der Regierung berichteten, dass die Arbeitslosigkeit am Ende von 2008 7% betrug, decken weiterführende Forschungen auf, dass sie tatsächlich eher 18% betrug. Weitere Gründe für diese Realität werden im nächsten Abschnitt behandelt (Der Ultimative Outsource), aber für jetzt verwenden wir diese Information einfach um zu verstehen, dass die derzeitige Gabe von immer mehr Geld in unser Geldsystem in der derzeitigen Finanzkrise keine Wirkung hat.</p>
<p>Wie bereits erwähnt, kann Geld einer Wirtschaft nicht grenzenlos zugeführt werden, da die Schuld und Inflation, die durch die Expansion erst verursacht werden, schließlich den Nutzen des “Wachstums” auffressen. Dies passiert gerade und wahrscheinlich wird keine Intervention (Massive Geldexpansion) diese letzte Krise “glätten” können.</p>
<p>Warum? – Vor allem weil die Schuldenmenge zu hoch ist. Die Gesamtschulden der US Regierung und ihrer Einwohner betrugen 2007 53.000.000.000.000 Dollar. Dies ist verrückt, wenn man bedenkt, dass 2007 der Geldpool der USA (M3) nur 12.000.000.000.000 Dollar betrug. Werden wir nun 40 Billionen Dollar in die US Wirtschaft pumpen um dies zu decken? Nein – denn dies würde nicht nur Billionen Dollar schwere neue Schulden erzeugen, sondern auch wahrscheinlich in allen Wirtschaftssparten eine Hyperinflation auslösen. Andererseits betrug das <a href="https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/print/us.html"> das BIP der USA</a> 2007 nur 14 Billionen Dollar!</p>
<p>Jetzt (2009) laufen Deflation und Inflation zugleich ab, wobei die Deflation, in Form von Geldkontraktion, gewinnt. Salopp gesagt, verschwindet das Geld schneller als wie es ins System gepumpt werden kann.</p>
<p>Während das System unausweichlich auf diesen Prozess zusteuert, scheint die Kette der Ereignisse für den derzeitigen Kollaps mit der ungezügelten Spekulationsblase im Immobilienmarkt begonnen zu haben. Als der zusammengebrochen war, wurde der Derivatenmarkt, (welcher mit all seinen Werten den Wert aller BIPS weltweit um ein Vielfaches übertrifft, siehe Brown, Ellen, Credit Default Swaps: Evolving Financial Meltdown and Derivative Disaster Du Jour, webofdebt.com, 2008) der in diesem Immobilien-Hypothekenmarkt Glücksspiel betrieben hatte, “giftig”, weil die Besitzer ihre Häuser verkaufen mussten. Dies führte zum Scheitern der Investmentbanken, zum Scheitern der kommerziellen Banken und zum Scheitern der Unternehmen, die Kredite benötigen, und schließlich zu Entlassungen. Durch die Natur des internationalen Finanzmarktes gilt diese Systemkritik global. Deshalb haben die westlichen Länder ähnliche Probleme wie die USA.</p>
<p>Nichtsdestotrotz bedenke, dass auch wenn die Immobilienblase und die “Raubkredite” scheinbar “schuldig sind”, sie es im Grunde nicht sind. Dieses Scheitern wäre auf die eine oder andere Art durch die Natur des Wirtschaftssystems zustande gekommen. Allerdings hat die unglaubliche Fahrlässigkeit, mit der das bereits instabile System verwaltet wurde, die Schwere des bevorstehenden Kollaps verschlimmert und ihn beschleunigt, wodurch die Zukunft in dieser fehlerhaften Struktur, dem monetären System, sehr düster aussieht.</p>
<p>Das ultimative Outsourcing:</p>
<p>Alles was im vorangegangenen Abschnitt beschrieben wurde, ist von großer Bedeutung im Hinblick auf das Verständnis, wo wir in dieser wirtschaftlichen Struktur stehen und wohin wir uns bewegen. Bitte beachte, diese Informationen gelten für Nicht-Amerikaner genauso wie für Amerikaner, denn die Welt teilt sich das selbe stark verknüpfte Grundsystem.</p>
<p>Als Antwort auf diese Probleme schlagen Menschen sehr oft “Währungsreformen” vor. Diese Vorschläge lesen sich dann in etwa so: “Zurück zum Gold-Standard”; “Zinsverbot”; Abschalten der Federal Reserve, die Rechte über den Papiergelddruck an die Regierung zurückgeben und es schuldenfrei zu verteilen … etc.</p>
<p>Bei all diese Reformen und all diesen Werteverschiebungen wird das unaufhaltbare Phänomen außer Acht gelassen, welches sich seit dem frühen 20. Jahrhundert entwickelt und die Arbeitswelt stark beeinflusst.</p>
<p>Wir reden von der Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen.</p>
<p>Im Zentrum unseres Wirtschaftssystems steht der Mechanismus der bezahlten Arbeit. Unser gesamtes Wirtschaftssystem beruht auf den Menschen, die ihre Arbeit als Ware am freien Markt anbieten. Hat der Mensch nicht die Möglichkeit “für ein Leben zu arbeiten”, dann ist das Finanzsystem, wie wir wissen, am Ende. Keiner kann Waren kaufen, wenn er nichts verdient. Unternehmen können es sich nicht leisten zu produzieren, wenn der Verbraucher keine Kaufkraft besitzt. Dieses Problem ist wichtiger als jedes andere, welches wir bisher in diesem Kapitel besprochen wurde.</p>
<p>Wie John Maynard Keynes, in Die allgemeine Theorie der Arbeitslosigkeit, des Zinses und des Geldes, verächtlich zu Bedenken gibt: </p>
<p>“Wir werden befallen von einer neuen Krankheit, von der einige Leser vielleicht noch nie gehört haben, aber in den kommenden Jahren öfter hören werden – und zwar von der &#8216;technologischen Arbeitslosigkeit&#8217;. Die Arbeitslosigkeit durch die Entdeckung von neuen Möglichkeiten zur Arbeitsersetzung steigt schneller, als dass wir neue Arbeitsfelder finden.“ (Keynes, John Maynard, The General Theory of Unemployment, Interest and Money, 1931)</p>
<p>Während Politiker, Geschäftsleute und Gewerkschaftsführer über Themen reden, die sie für die Arbeitslosigkeit in der Welt verantwortlich machen, wie ausländische Firmen, das Outsourcing der Arbeit oder die niedrig bezahlten Immigranten, bleibt der wahre Grund in der öffentlichen Debatte unbeleuchtet: Technologische Arbeitslosigkeit.</p>
<p>Mit den Worten des Nobelpreisträgers für Wirtschaft Wassily Leontief:</p>
<p>“Die Rolle des Menschen als der wichtigste Faktor für die Produktion wird in demselben Maße abnehmen, wie die Rolle des Pferdes in der landwirtschaftlichen Produktion erst abnahm und dann durch die Einführung von Traktoren ganz überflüssig wurde.” (Loentief, Wassily, National Perspective: The Definition of Problems and Opportunities, June 30)</p>
<p>Da die Marktwirtschaft die Reduzierung der Produktions- und Arbeitskosten zur Profiterhöhung anstrebt, ist die schnellstmögliche Ersetzung menschlicher Arbeit durch Maschinen eine natürliche Bestrebung in der Industrie. Schließlich muss eine Maschine keine Pausen einlegen, benötigt weder Gesundheitsversicherung noch Prämien und ist kein Mitglied einer Gewerkschaft.</p>
<p>Ein kurzer Blick auf die historischen US Beschäftigungsstatistiken zeigt einen deutlichen Trend zur Ersetzung menschlicher Arbeit durch Maschinen. Im landwirtschaftlichen Sektor wird inzwischen fast die ganze Arbeit durch Maschinen erledigt. 1949 erledigten Maschinen 6% der Baumwollernte im Süden. 1972 wurde 100% der Baumwollernte durch Maschinen eingeholt. (Peterson, Willis, The Cotton Harvester in Retrospect: Labor Displacement or Replacement? St Paul, 1991, pp 1-2) Als die Automatisierung im US Industriesektor in den 1950ern griff, verloren in 9 Jahren 1,6 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz. (Kahn, Tom, Problems of the Negro Movement, Dissent, 1964, p 115.) 1860 arbeiteten 60% der Amerikaner in der Landwirtschaft, während das heute weniger als 3% tun.  (“Why job growth is Stalled”, Fortune, 3/8/93 p.52) 1950 arbeiteten 33% der Arbeiter in der USA im Industriesektor, 2002 waren es nur noch 10%. Die US-Stahlindustrie erhöhte zwischen 1982 und 2002 ihre Produktion von 75 Millionen Tonnen auf 120 Millionen Tonnen, während die Beschäftigungszahlen von 289.000 auf 74.000 zurück gingen. (Schwartz, Nelson D. Will ‘Made in the USA’ fade away? Fortune Nov 24th 2003, p. 102)</p>
<p>2003 veröffentlichte Alliance Capital eine Studie von den damals 20 größten Volkswirtschaften. Gemessen zwischen 1995 und 2002 wurden 31 Millionen Arbeitsplätze in der Produktion abgebaut, während die Produktion um 30% stieg (US Weekly Economic Update: Manufacturing Payrolls Declining Globally: The Untold Story, Alliance Bernstein Oct 2003). Dieser Zusammenhang zwischen steigender Produktivität und Profit gepaart mit abnehmender Beschäftigung, ist ein neues und mächtiges Phänomen, welches sich nicht zu ändern scheint.</p>
<p>Also… wohin gingen die Jobs denn? – In den Dienstleistungssektor. Zwischen 1950 und 2002 stieg der <a href="http://www.usatoday.com/money/economy/2002-12-12-manufacture_x.htm">Anteil der Arbeiter im Dienstleistungsbereich</a> von 59% auf 82%. In den letzten 50 Jahren hat der Dienstleistungssektor den Arbeitsplatzverlust der Landwirtschaft und der Produktion aufgefangen.</p>
<p>Leider verlangsamt sich diese Entwicklung schnell, seitdem die computergestützte Automatisierung greift. Zwischen 1983 und 1993 reduzierten die Banken ihre Mitarbeiterschaft um 37% und 2000 verwendeten 90% der Bankkunden Bankautomaten (Retooling Lives, Vision 2000 p. 43). Gewerbliche Telefonisten sind fast ausnahmslos durch Antwortsysteme mit computergenerierter Stimme ersetzt worden, während Kassierer durch computerisierte Läden ersetzt wurden. McDonalds hat nun schon seit Jahren davon geredet, seine <a href="http://www.techdirt.com/articles/20030801/1345236_F.shtmls" target="_blank">Restaurants mit Automaten</a> an der Bestelltheke und automatisierten Küchenwerkzeugen, wie Burgerflippern, in der Hausküche auszustatten. Der Grund, warum sie das noch nicht getan haben, ist wahrscheinlich die Öffentlichkeitswirkung, da sie wissen, wie viele Arbeitsplätze sie streichen würden, wenn sie es tatsächlich täten.</p>
<p>Es gibt keinen Bereich der Dienstleistungsindustrie, der nicht von computerisierter Automatisierung erfasst werden könnte. Tatsächlich ist es so, dass wenn jemand kreativ über die Anwendung der derzeitig existierenden Technologie, die noch nicht im Dienstleistungsbereich angewendet wird, nachdenkt, er sich leicht ausmalen kann, dass praktisch über Nacht die Mehrheit der Arbeitsplätze in der heutigen Dienstleistungsbranche nicht mehr nötig sein könnten. Einfache Beispiele sind: eine Bankangestellte, die nur zur Kundeninformation da ist, Kassierer, Ober und Call Center Agents.</p>
<p>Ökonom Stephen Roach hat gewarnt:</p>
<p>“Der Dienstleistungssektor hat seine Rolle als grenzenloser Jobmotor in der USA verloren.” (Interview, 3/15/94 zitiert in The End of Work (by Jeremy Rifkin), p. 143)</p>
<p>Solange diese Entwicklung anhält, in welchen neuen Sektor können die frisch entlassenen Arbeiter ausweichen? Es gibt keinen … zumindest jetzt noch nicht. Während in der Informationstechnologie viele spezialisierte Aufgabenbereiche entstehen, sind sie nur extrem beschränkt fähig, einen ausreichenden Ausgleich für den großen absehbaren Arbeitsplatzverlust zu bieten. Und während Ökonomen darum kämpfen ein Modell aufzustellen, um mit der fast unaufhaltsamen Arbeitslosigkeit fertig zu werden, von staatlichen Subventionen für Arbeit (Wohlfahrt) bis hin zu neuzeitlichen Gedanken wie einer “negativen Einkommenssteuer”, wehren sich die meisten dagegen zu bedenken, was wirklich benötigt wird um das totale Chaos auf diesem Planeten zu verhindern. Die Lösung liegt nicht im Versuch, die aufkommenden Probleme zu “flicken”, sondern darin, dass wir uns dieses Systems in seiner Ganzheit entledigen … da das monetäre Tauschsystem, zusammen mit dem Kapitalismus nun im Zuge der technologischen Neuerungen vollkommen überholt ist.</p>
<p>Zusammenfassung von Kapitel 2</p>
<p>Das monetäre System dieser Welt ist nichts anderes als ein Spiel. Es hat kaum eine Basis in der Realität. Es entstand vor Jahrtausenden, als Ressourcenknappheit noch ein alltägliches Problem war. Die Menschen brauchten damals einen Weg um die Waren und Dienste zu verteilen und dabei für jene einen Ausgleich zu schaffen, die für die Bereitstellung gearbeitet hatten. Das geldbasierte Arbeitssystem gehört nun schon so lange zu unserer Gesellschaft, dass sich die meisten Menschen sich kein Leben ohne es vorstellen können. Ungeachtet dessen hat der Mechanismus des Systems, sowohl strukturell als auch psychologisch, dramatische Probleme in der Gesellschaft hervorgerufen, von Finanzkriminalität und emotionaler Verwerfung, bis zum Missbrauch und zur Ausbeutung des Planeten und seiner Mitmenschen im großen Stil. Die Welt von heute ist eigentlich nur eine Reihe genossenschaftlicher Mafias. Ein Unterschied zwischen organisiertem Verbrechen und traditionellem Geschäft ist praktisch nicht existent. Währenddessen steht die ganze Welt im Konflikt mit sich selbst, mit Einzelnen, mit Geschäften und Ländern, die fortwährend verteidigen wollen, was sie haben und immer daran arbeiten, mehr zu bekommen, oft mittels Zwang und Korruption. Währenddessen stehen alle Staaten mit aberwitzigen Beträgen bei sich selbst in Schulden und die Integrität der Finanzwelt steht wegen ihrer Mängel selbst kurz vor dem Kollaps.</p>
<p>Doch außer diesen Punkten gibt es eine weit mächtigere, unvorhergesehene Kraft, die den Niedergang des Wirtschaftssystems garantiert, und sie kommt in Form der technologischen Arbeitslosigkeit. Menschen werden immer schneller durch fortschrittliche, automatisierte Technologien ersetzt, was zu einer Katastrophe ungekannten Ausmaßes führen wird, da die Menschen ohne Arbeit die Wirtschaft mit ihren Einkäufen nicht unterstützen können. Diese Tatsache ist der letzte Hinweis darauf, dass das derzeitige System veraltet ist, und wenn wir erst Unruhen in den Straßen und Armut von nie da gewesenem Ausmaß haben, werden wir unsere traditionelle Idee davon, wie eine Gesellschaft funktioniert, fundamental überdenken müssen.</p>
<h3>weiter zum Kapitel 3: <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-3-was-ist-relevant/">Was ist relevant?</a></h3>
<h6><em><a href="http://www.zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/2-der-endgultige-zusammenbruch/" target="_blank">SOURCE: TZM &#8211; RBE (Stand: 27.10.2011)</a></em></h6>
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		</item>
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		<title>Ressourcenbasierte Wirtschaft &#8211; Kapitel 3: Was ist relevant?</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 22:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rusty</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naturgesetze Wenn wir einmal aus dem gesellschaftlichen Kontext heraustreten und uns selbst und die Welt aus einer allgemeineren Perspektive betrachten, so kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass es eine enorme Menge Lärm im System gibt. In anderen Worten: die Grundlagen &#8230; <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-3-was-ist-relevant/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Naturgesetze</strong></p>
<p>Wenn wir einmal aus dem gesellschaftlichen Kontext heraustreten und uns selbst und die Welt aus einer allgemeineren Perspektive betrachten, so kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass es eine enorme Menge Lärm im System gibt. In anderen Worten: die Grundlagen des Lebens scheinen in einem Meer von sozialen, beruflichen und finanziellen Verpflichtungen untergegangen zu sein, wobei die meisten davon künstlich sind. Beispielsweise bringt die Notwendigkeit von Geld und Einkommen den Menschen in eine eingeschränkte Lage. In der Regel spiegelt “Arbeit gegen Einkommen” nicht die wirklichen Interessen der jeweiligen Person wider, noch die Interessen der Gesellschaft. Wenn wir die heute existierenden Berufe betrachten, so stellen wir fest, dass die breite Mehrheit keinem größeren Zweck dient als der Aufrechterhaltung des “zyklischen Konsums”. Diese Willkür stellt eine enorme Verschwendung an Leben und Ressourcen dar. <span id="more-304"></span> Beispielsweise übt eine Person, die Versicherungen verkauft, einen Beruf aus, der nur für die inneren Abläufe des monetären Systems relevant ist und keine natürliche Grundlage im Sinne eines Beitrags für die Gesellschaft als physisches Gebilde hat. Das gleiche gilt für Börsenhändler, für Händler allgemein und alle anderen, die im finanziellen Sektor tätig sind. Sie sind beliebige, vergebliche Rollen, die auf lange Sicht nichts zur Gesellschaft beitragen. Während man einwenden wird, dass diese Rolle den Menschen hilft, ihren Alltag innerhalb des ökonomischen Systems zu bestreiten, ist es jetzt angebracht, einen Schritt zurück zu gehen, und unsere Anstrengungen auf soziale Fragen zu konzentrieren, die heute für den sozialen Fortschritt relevant sind … anstatt willkürlich Jobs zu erfinden und uns gegenseitig den Wohlstand abzujagen. Dies ist eine Verschwendung von Leben.</p>
<p>Folglich ist das gesamte Bildungssystem von heute nichts anderes als eine “Kekskrümel-Aufbereitungsanlage”, die den Menschen vor allem auf seine möglichen vordefinierten beruflichen Rollen vorbereitet. Diese Teil unseres Alltags ist traditionell so tief verwurzelt, dass viele fälschlicherweise der Auffassung sind, dass der Zustand des “Einen-Job-Habens” menschlicher Instinkt sei. Auch werden Eltern ihre Kinder fragen: “Was willst du werden, wenn du groß bist?”, als ob es nur diese eine Sache gäbe. Das ist beunruhigend und eine Verkennung des menschlichen Potenzials.</p>
<p>Im Sinne der Argumentation sollten wir einmal die aktuellen Denkblockaden der Gesellschaft beiseite schieben und darüber nachdenken, was tatsächlich real ist. Lasst uns die Frage stellen:</p>
<p>Was sind die wirklich empirischen Aspekte der Natur und was lehren uns unsere bisherigen Erfahrungen darüber, an was wir unser Verhalten auf diesem Planeten orientieren sollten?</p>
<p>Naturgesetz 1:</p>
<p>Jeder Mensch braucht eine angemessene Ernährung, saubere Luft sowie sauberes Wasser und daher müssen wir die grundlegenden symbiotischen Umweltprozesse respektieren.</p>
<p>Zunächst einmal ergeben sich rund 40 % der Todesfälle weltweit durch Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung.<br />
Das ist ein entsetzlicher Prozentsatz. Wie kann sich eine Gesellschaft ernst nehmen, wenn sie nicht einmal die wichtigsten lebenserhaltenden natürlichen Ressourcen und Prozesse schützt?! Warum arbeiten heute viele sogenannte Wissenschaftler in esoterischen Forschungsfeldern wie “schwarze Löcher”, “Quanten-Felder” und “Terra-Forming” anderer Planeten, wenn wir uns noch nicht einmal um uns selbst kümmern können?</p>
<p>Tatsache ist, dass die meisten Menschen die Zusammenhänge und Prozesse in der Natur nicht verstehen oder beachten, durch die unsere Nahrung, Luft und Wasser entstehen. Wenn wir diese Prozesse untersuchen, aus ihnen lernen und die Erkenntnisse logisch verknüpfen, gelangen wir zu sinnvollen Schlussfolgerungen. Dies führt uns zu einem angemesseneren menschlichen Verhalten, das uns helfen wird, unsere Bedürfnisse zu befriedigen.</p>
<p>Zum Beispiel sind Wasser und Luft natürliche, ausreichend vorkommende planetarische Ressourcen, die nur erfordern, dass wir sie und ihre Quellen pflegen. Leider führt unser kurzfristig orientiertes, einschränkendes Profitsystem dazu, dass sich das nutzbare Wasser mittlerweile einer kritischen Knappheit nähert, denn die Industrie belastet dieses System weiterhin unaufhörlich. Während Luft andererseits immer noch sehr üppig vorhanden ist, wurde sie speziell in Gebieten mit hoher menschlicher Konzentration stark verschmutzt, was dazu führt, dass in Asien viele Fußgänger einen Mundschutz tragen. Verschmutzte Luft und verschmutztes Wasser führen natürlich zu zahllosen anderen Problemen. In den Vereinigten Staaten werden pro Jahr etwa 3 Millionen Tonnen giftige Chemikalien in die Umwelt abgegeben – ein Beitrag zu Geburtsfehlern, Erkrankungen des Immunsystems, Krebs und vielen anderen schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Außerdem werden auch die grundlegenden Prozesse in der Luft und im Wasser beeinträchtigt. Vom saurem Regen bis zur Entwaldung sehen wir einen fortschreitenden Abbau dessen, was ehemals eine natürliche und saubere Umwelt war.</p>
<p>In Hinblick auf die Nahrungsmittelproduktion müssen wir erst einmal zur Kenntnis nehmen, dass die Industrie heute den Weg des billigsten, wettbewerbsfähigsten Lebensmittels geht, auf Kosten einer gesunden Ernährung. Beispielsweise enthält heute die große Mehrheit der Lebensmittel den so genannten “Fruktose-Glukose-Sirup”. Dieser preiswerte Ersatz für Rohrzucker erhöht bewiesenermaßen wesentlich die Gefahr für Diabetes und andere gesundheitliche Probleme. Warum wird es dann eingesetzt!? … Weil es profitabel ist und die stets kostenbewusste Öffentlichkeit es wegen seines geringeren Preises kauft.</p>
<p>Die symbiotische wechselseitige Abhängigkeit natürlicher Prozesse hat eine eingebaute Grundstruktur, die durch die Erkenntnisse, wie die Welt wirklich funktioniert, mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen abschätzbar wird. Unsere Verhaltensmaxime sollte sein, die höchste Optimierung dieser Grundstruktur anzustreben, welche uns eine maximale Fülle und Qualität unserer Gebrauchsgüter ermöglicht. Leider tun wir das nicht.</p>
<p>Tatsache ist, dass unsere Nachhaltigkeit durch derzeit angewandte Methoden stark gefährdet ist. Das monetäre System operiert weiter im Interesse des kurzfristigen Gewinns und ignoriert die langfristige Zerstörung. Als natürliches Gesetz dargestellt, brauchen wir eine hohe Qualität der Luft, der Nahrung und des Wassers zum Leben, deshalb müssen wir alle Systeme, die stören oder die Versorgung verknappen könnten, überwinden und die symbiotischen ökologischen Prozesse, die wir für unsere grundlegenden Bedürfnisse brauchen, in Ordnung halten. Wenn wir das nicht tun, wird uns die Folge unseres Verstoßes gegen dieses Gesetz an den ökologischen Punkt ohne Umkehr führen – und dadurch gefährden wir das Überleben der Menschheit.</p>
<p>Naturgesetz 2:</p>
<p>Die einzige Konstante ist der Wandel und menschliche Erkenntnis ist immer im Fluss.</p>
<p>Es gibt keine Belege für die Vorstellung, dass alles, was wir heute für wahr halten, morgen auch noch als wahr angesehen wird. Und ja, paradoxerweise gilt das auch für alles was du hier liest. Während manche beobachtbaren natürlichen Phänomene fast ausschließlich auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, werden sich die Feinheiten des jeweiligen Begriffs jedoch stets verändern, unsere Instrumente und Methoden zur Analyse und Messung werden sich stets ändern und hoffentlich zum Guten hin.</p>
<p>In den Worten von C. J. Keyser:<br />
“Absolute Sicherheit ist ein Privileg der ungebildeten Geister und Fanatiker.” (Fresco and Keyes, Looking Forward, Barnes, 1969, p. 62)</p>
<p>Ein flüchtiger Blick auf die weitgehend verbreiteten historischen Dogmen, von “die Erde ist flach” bis hin zu “die Sonne dreht sich um die Erde”, lehrt uns, dass der geistige Wandel konstant ist und die Menschen einen offenen Geist für alles mögliche haben müssen, für neue Informationen, auch wenn sie das Gefühl der persönlichen Identität herausfordern. Es ist ein unglücklicher evolutionärer Nebeneffekt, dass in der modernen Kultur ein großes Ego mit Überzeugungen und Werten beteiligt ist. Religion tendiert beispielsweise eher zur Erhaltung von statischen Weltanschauungen, die oft das Ergebnis eines Verständnisses der Realität sind, welches vor Tausenden von Jahren begründet wurde. Aufgrund der starken Struktur vieler religiöser Ideen, die eher metaphysische Folgen (Himmel/Hölle) für diejenigen androhen, die im Widerspruch zu ihrer Lehre leben, erhalten viele Menschen der heutigen Welt diese Weltanschauungen hauptsächlich aus Angst und lehnen neue Informationen ab, die ihnen in ihrem Leben helfen könnten, ganz zu schweigen von der Gesellschaft selbst.<br />
Natürlich ist Religion bei weitem nicht alleine damit, denn es scheint so zu sein, dass die meisten Menschen ihren Glauben auch für empirisch korrekt halten. Das ist der natürliche Ausdruck der heutigen Gesellschaft, die Neues oft gering schätzt.</p>
<p>Alles, was wir denken und “wissen”, sind nur Wahrscheinlichkeiten und mit modernen Methoden der Analyse, die bewiesenermaßen einen proaktiven Nutzen für die Gesellschaft über lange Zeiträume hinweg haben, können wir nun unsere Erkenntnisse und Überzeugungen auf einer gleitenden Skala abwägen, die von “am wenigsten wahrscheinlich” bis “am meisten wahrscheinlich” reicht, die nicht auf menschlicher Meinung oder Subjektivität basiert, sondern auf konkretem Feedback aus der natürlichen Welt.</p>
<p>Die Wissenschaftliche Methode:</p>
<p>Die Natur besitzt ihre eigenen Regeln und sie hat nicht das Vermögen zu erkennen oder sich darum zu kümmern, was du oder irgendjemand als wahr ansehen möchte. Unter diesen Umständen ist es in unserem Interesse von der Natur zu lernen und uns ihr anzupassen, so gut wir das können. Mit der Strömung gehen ist einfacher als gegen sie anzukämpfen – und auch wenn man tiefen Herzens glaubt ohne physikalische Hilfe an der Decke laufen zu können, so wird einem das Gesetz der Schwerkraft dies nicht erlauben..</p>
<p>Die bestgeignetste Methode zur Entdeckung und Anwendung von Naturgesetzen nennt man<br />
“Die Wissenschaftliche Methode”.</p>
<p>Die Wissenschaftliche Methode gliedert sich in drei Schritte:</p>
<p>1. Das Erkennen einer Idee oder eines Problems, das behandelt werden muss.</p>
<p>2. “Logik” ist dabei definiert als eine Methode des menschlichen Denkens, die das Überlegen in einer linearen, schrittweisen, auf Ursachen und Wirkungen basierenden Weise beinhaltet und die möglichst viele relevante Informationen nutzt, um eine Folgerung oder Hypothese zu erlangen.</p>
<p>3. Das Testen der Hypothese in der physikalischen Welt durch Beobachten.</p>
<p>Die Wissenschaftliche Methode umfasst eine Sammlung von Techniken zur Untersuchung von Phänomenen, Erlangung von neuem Wissen, der Korrektur und Integration von Wissen wie auch zur Anwendung dieses Wissens. Die Techniken bestehen aus empirischen Beobachtungsmethoden (wie zum Beispiel Messungen) wie auch durchdachten Hypothesen und letztendlich das Testen dieser Hypothesen in der echten Welt, um Rückinformation bezüglich der Gültigkeit einer Idee zu erlangen. Alle Schlüsse benötigen überprüfbare Beweise, nicht nur Folgerungen und Motiv. Während logisches Schlussfolgern wichtig für die Entwicklung wissenschaftlicher Untersuchung ist, ist es dennoch fehleranfällig, da jeder von uns ein eingeschränktes Wissen besitzt.</p>
<p>Ein klassisches Beispiel stammt von Aristoteles (384 – 322 v. Chr). Er stellte die Hypothese auf, dass ein schweres Objekt schneller zu Boden fällt als ein leichteres mit derselben Form und aus demselben Material. Er nahm logischerweise an, dass, je mehr etwas wiegt, desto schneller es im Vakuum fallen würde. Allerdings testete er diese Idee nicht.<br />
Wegen dieses Fehlers, die wissenschaftliche Methode nicht korrekt anzuwenden, musste die Welt 2000 weitere Jahre warten, bis Galileo endlich Aristoteles Methode überprüfte. Es fand dabei heraus, dass Aristoteles falsch lag und dass das Gewicht eines Objektes die Fallgeschwindigkeit im Vakuum nicht beeinflusst.</p>
<p>Es ist unwichtig, wie korrekt durchdacht unsere Schlussfolgerungen sind – sie müssen getestet werden. Wenn wir Wasser auf ein Stück brennendes Holz werfen, wird das Feuer ausgehen. Dies gibt uns eine bestimmte Menge an Information, die wir für Schlussfolgerungen nutzen können: “Wasser löscht Feuer”. Während diese Theorie für die meisten Brandszenarien wahr ist, wird Öl sehr schnell auf der Oberfläche von Wasser schwimmen und das Feuer wird sich verbreiten, wenn wir Wasser auf ein Ölfeuer geben. Daher ist die Hypothese “Wasser löscht Feuer” nicht wahr und sollte überarbeitet werden, um dieses neue Szenario mit einzubeziehen.</p>
<p>Die Wissenschaftliche Methode ist zudem eine Einstellung und eine Perspektive. Unabhängig wie “richtig” etwas zu sein scheint, werden wir es überprüfen und mit unseren Beobachtungen vergleichen und sehen, ob es gültig bleibt. Tatsächlich sollte man sehr skeptisch gegenüber jeglichen Behauptungen sein, die weder gesehen noch in der physischen Welt getestet werden können.</p>
<p>Um es mit den Worten von Stuarte Chase zu sagen:<br />
“[Die wissenschaftliche Methode] beschäftigt sich damit, wie Dinge ablaufen, wie sie geschehen sollten. Heute sind die meisten von uns Hobbywissenschaftler, auch wenn ihnen das nur selten bewusst ist. Die wissenschaftliche Methode benötigt keine Laboratorien, Partikelbeschleuniger oder Messstäbe. Sie ist eine Art Dinge zu betrachten, um von der Welt Wissen zu erlagen, das erhalten bleibt und nicht wie die Tore bei Alices Kricketspiel herumlaufen. (Chase, Stuart, Tyranny of Words, Harcourt Brace, NY, 1938, pp.-123-24)</p>
<p>Die wissenschaftliche Methode der Fragestellung hat es dem Menschen ermöglicht, Einsicht über sich selbst und die physikalische Welt zu erlangen. Zum Guten oder zum Schlechten – sie steht hinter jedem Fortschritt, der das Leben der menschlichen Spezies verbessert hat. Während manche debattieren, was “Verbesserung” bedeutet, gibt es nichts auf der Welt, was der großen Anzahl an Schöpfungen und Freiheiten, die die Wissenschaft uns ermöglicht hat, das Wasser reichen kann. Alle physikalischen und materiellen Errungenschaften, die die Menschheit genießt, sind ein Produkt der wissenschaftlichen Herangehensweise. Vom elektrischen Licht zur Egreniermaschine (Maschine zum Entkörnen von Baumwolle), zum Penicillin, dem Telefon und dem Internet – die Wissenschaft hat kontinuierlich Dinge, die für unmöglich gehalten wurden, möglich gemacht. Selbst die obskursten, traditionell ausgerichteten religiösen Gläubigen werden sich in die Welt der Wissenschaft begeben und im Falle eines Notfalls ein Krankenhaus aufsuchen.</p>
<p>Dennoch neigen die meisten in unser romantisierten Welt dazu, Wissenschaft als ein kaltes, herzloses Werkzeug anzusehen, während sie sich auf verzerrte menschliche Abscheulichkeiten wie zum Beispiel die Atombombe berufen, um ihre Gefährlichkeit zu begründen. In Wahrheit sind Wissenschaft und Technik nur Werkzeuge und können wie alles andere produktiv oder destruktiv genutzt werden. Die Wahl liegt bei uns.</p>
<p>Dynamisches Gleichgewicht</p>
<p>“Dynamisches Gleichgewicht” entsteht, wenn zwei oder mehrere gegensätzliche Prozesse in derselben Geschwindigkeit ablaufen. Ein vereinfachendes Beispiel: auf einer kleinen Insel gibt es (1) wild wachsende Karotten, (2) eine Familie Hasen und (3) eine Familie Wölfe. Die Hasen brauchen die Karotten als Nahrung zum Überleben, während die Wölfe die Hasen als Nahrung und zum Überleben brauchen. In jedem Paar gibt es ein Gleichgewicht, das auf der Tragfähigkeit der Insel basiert. Wenn es nicht genügend Karotten für die momentane Bevölkerung von Hasen gibt, werden einige Hasen nicht überleben. Wenn es nicht genügend Hasen für die Wölfe gibt, werden einige Wölfe nicht überleben. Wenn die Karotten durch eine Dürre eingehen, überlebt keiner.</p>
<p>Anders ausgedrückt gibt es ein Gleichgewicht in der physikalischen Welt, das den Spielraum der Lebewesen, die vorhandenen Ressourcen zum Überleben zu nutzen, diktiert. Mit Respekt vor unserem Planeten nennen wir das die “Tragfähigkeit der Erde”.</p>
<p>Wegen des monetären Systems gehören die meisten Rohstoffe des Planeten einigen privaten Unternehmen. Diese Firmen legen nicht ernsthaft ihre Bestände offen. Dies zu tun würde finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Schlimmer noch, es liegt im besten Interesse der Firmen, so gut es geht Knappheit aufrechtzuerhalten, da Knappheit mehr Wert pro Einheit bedeutet und demnach mehr Profit.</p>
<p>Mit dem dynamischen Gleichgewicht auf diesem Planeten umzugehen, welches die wichtigste Variable in der Organisation der Gesellschaft ist, ist nur durch das Verständnis der eigentlichen Tragfähigkeit der Erde möglich. Die Bedürfnisse der menschlichen Bevölkerung müssen mit den Ressourcen der Erde im Gleichgewicht sein.</p>
<p>Also, was wissen wir über die auf dem Planeten verfügbaren Ressourcen und was können wir davon ableiten?</p>
<p>Die grundlegenden Voraussetzungen für das Überleben eines Menschen in einer Gemeinschaft bestehen aus folgendem:</p>
<p>Energie</p>
<p>Nahrung, Luft und Wasser</p>
<p>Rohstoffe für Industrie und Technologie</p>
<p>(1) Energie ist der Grundstein der heutigen Gesellschaft. Sie ist der entscheidendste Faktor für die gesamte soziale Funktionalität. Die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energiequellen muss bevorzugt genutzt werden. Glücklicherweise ist die Entwicklung erstaunlich positiv. Im frühen 21. Jahrhundert kamen jede Menge von erneuerbaren Energiequellen dazu, von denen viele extremes Potenzial besitzen, das weit über die Anforderungen der momentanen Bevölkerung hinausgeht. Das Zeitalter von Öl und fossilen Brennstoffen mitsamt der daraus resultierenden Umweltverschmutzung steht an seinem Ende. Es gibt keinen Grund zur Verbrennung von fossilen Brennstoffen, außer den profitorientierten, fest begründeten Interessen, die neue Energielösungen zurückzuhalten. Denn das letzte, was die Energie-Konzerne wollen, ist Überfluss, da dies im monetären System zu einem Verlust an Profiten führt.</p>
<p>Eine der als bedeutend zu erachtenden Energiequelle ist Geothermie.<br />
Aus einem Bericht des MIT (Massachusetts Institute of Technology) von 2006 geht hervor, dass zur Zeit 13.000 Zetajoule als geothermische Energie verfügbar sind. 2000 Zetajoule davon sind mit moderner Technologie ganz einfach abzuernten. (MIT, The Future of Geothermal Energy, 2006) Der gesamte Energieverbrauch aller Länder der Erde beträgt ungefähr ein halbes Zetajoule pro Jahr. (Basierend auf Zahlen von 2005, World Consumption of Primary Energy by Energy Type and Selected Country Groups, 1980-2004.) Das bedeutet, dass zirka 4000 Jahre Energie für diesen Planeten ausschließlich aus diesem Medium gewonnen werden kann. Betrachtet man die sich konstant erneuerbare Erdenergie, ist diese Energiequelle geradezu unerschöpflich und könnte für immer genutzt werden.</p>
<p>Neben der Geothermie sind Sonnen-, Wind- , Wellen- und Gezeitenkraftwerke leistungsfähige Alternativen, wenn sie mittels Technologie effizient nutzbar gemacht werden. Die jährliche Sonnenstrahlung bietet 10.000 mal mehr Energie als die Welt verbraucht. Das Problem ist nicht die Verfügbarkeit, es ist die Technologie um sie effizient zu nutzen. Von simplen Photovoltaikanlagen, die Energie in Batterien speichern, für privaten Gebrauch, bis hin zu ausgewachsenen Solarkraftwerken kommen ständig neue Technologien hervor, die das Potenzial verbessern.<br />
Windkraft wird oft als schwach und unpraktisch verurteilt. Sie ist weitaus stärker als die meisten Leute denken. Studien des U.S. Department of Energy (Energieamt) haben ergeben, dass, wenn man den Wind auf den großen Flächen von Texas, Kansas und North Dakota nutzen würde, dies genug Strom für die gesamten USA ergäbe. (“U.S. National Renewable Energy Laboratory”, February 6th 2007) Weitaus beeindruckender: eine Studie der Stanford Universität hat 2005 im Journal für geophysikalische Forschungen herausgefunden, dass bei Nutzung von 20 % des Windpotenzials des Planeten dies den kompletten Energiebedarf der Welt decken würde.<br />
Und dann sind da noch Gezeiten- und Wellenenergie. Gezeitenenergie wird aus den Strömungen zwischen Ebbe und Flut gewonnen. Durch Turbinen wird diese Strömung in Energie umgewandelt. Die Kraft des Golfstroms, des Islandstroms und anderer Unterwasserströmungen könnte genutzt werden. In Großbritannien sind momentan 42 passende Stellen bekannt. Schätzungsweise könnten 34 % der gesamten Energie Großbritanniens allein aus Gezeitenkraft stammen. Effektiver wäre Wellenkraft, die die Energie der Wellen auf der Meeresoberfläche einfängt. Es wird geschätzt, dass Wellenenergie ein weltweites Potenzial von bis zu 80.000 TWH (Terra Watt Stunden) im Jahr hat. (Future Energy Solutions/ IEA report, 2003) Dies entspricht 50 % des weltweiten Energieverbrauchs. (World Consumption of Primary Energy by Energy Type and Selected Country Groups, 1980-2004, Energy Information Administration, U.S. Department of Energy)</p>
<p>Man beachte dabei, dass Gezeiten-, Wellen-, Solar- und Windkraft fast keine Vorlaufenergie benötigen um Energie zu erzeugen, im Gegensatz zu Kohle, Öl, Gas, Biomasse, Wasserstoff und all den anderen.</p>
<p>Tatsache ist, dass Energie auf diesem Planeten im Überfluss vorhanden ist.</p>
<p>Der einzige Grund, warum die Menschen an deren Knappheit glauben, ist das monetäre/kapitalistische System mit seinem berechnenden Hang dazu, Knappheit zu erzeugen.</p>
<p>(2) Die nächste Frage ist, was ist mit den industriellen Rohstoffen? Kann der Vorrat von Rohstoffen der Erde, wie Holz, Metall, Aluminium und Baumwolle die Bevölkerung der Welt versorgen?</p>
<p>Alles um uns herum setzt sich aus winzigen Partikeln zusammen, den Atomen. Es gibt verschiedene Arten von Atomen, jedes mit einer speziellen Kombination von Protonen, Neutronen und Elektronen. Diese verschiedenen Arten von Atomen heißen Elemente. Es gibt zur Zeit 118 Elemente im Periodensystem. Das Periodensystem ist eine Anordnung der chemischen Elemente nach ihrer Atomnummer, basierend auf dem Periodengesetz, davon 92 natürlich vorkommende (die restlichen 26 sind synthetisch hergestellt) und aus diesen besteht im Grunde alles um uns herum. Die Gruppe der Metalle ist die wichtigste, da diese nur bei relativ hohen Temperaturen schmelzen; ihre Form kann leicht verändert werden, ohne dass sie brechen, zu dünnen Drähten oder Folien. Hitze und Elektrizität werden weitergeleitet. Dadurch eigenen sie sich ideal für die Herstellung von Gütern oder für industrielle Anwendungen. Diese Metalle findet man in der Erdkruste und in den Meeren, manchmal in reiner Form, doch meist werden sie aus Mineralien gewonnen. Die globalen Mineralreserven werden momentan an ihrem kommerziellen Ertrag gemessen. Traurigerweise zeigt uns das aber nicht eindeutig, was wirklich verfügbar ist. Während Elemente/Mineralien wie Silizium, Aluminium und Eisen enorm reichhaltig vorhanden sind, werden andere scheinbar knapper, so wie Kupfer, Blei, Zink, Gold und Silber. Soweit der Autor (Jacque Fresco) weiß, gab es noch nie eine komplette geografische Erfassung der Mineralien/Elemente der Erde, nur regionale. Dies muss in Zukunft durchgeführt werden.<br />
Es gibt prinzipiell 3 Parameter um die Tragfähigkeit der Erde festzustellen.<br />
(a) Genaues Wissen, welchen Vorrat die Erde an Elementen und Materialien hat.<br />
(b) Einsatzorte von Technologie, um synthetischen Ersatz für bestimmte Elemente/Materialien herzustellen.<br />
(c) Die Gewinnung und Verwendung dieser Elemente/Materialien durch die Gesellschaft.</p>
<p>(a) Wir müssen eine vollständige Übersicht über alle Ressourcen des Planeten haben. Dadurch erhalten wir wichtige Informationen darüber, wie wir fortfahren sollen. Nehmen wir zum Beispiel einen Hektar Land, auf dem wir Nahrung anbauen wollen. Als erstes würde man den Boden testen, um seine Beschaffenheit zu ermitteln. Diese Information steht in direkter Verbindung zu dem, was angebaut werden kann. Das wäre sozusagen die Tragfähigkeit dieses Lands. Aus einer planetarischen Perspektive ist dies eine wichtige Information, welche die Entscheidungsfindung direkt beeinflusst.</p>
<p>(b) Der Unterschied zwischen heute und der Vergangenheit ist, dass sich unsere kreativen Fähigkeiten der Problemlösung durch die wissenschaftliche Methode erweitert haben. In Anbetracht der knappen Materialien ist das Finden von Ersatzstoffen von großer Bedeutung. Zum Beispiel werden Diamanten seit langem als eine sehr wertvolle, knappe Ressource angesehen. Eine Anwendung dieses stabilen Minerals findet sich in Präzisions-Schneidewerkzeugen. Aber nun, mit dem Aufkommen von im Labor gezüchteten synthetischen Diamanten, benötigen diese Werkzeuge das teure Original nicht mehr.<br />
Für viele industrielle Materialien haben wir synthetische Gegenstücke, und dieser Zweig der wissenschaftlichen Problemlösung ist sehr aktiv. Tatsächlich ist die Knappheit jeglicher Rohstoffe nur so erheblich, wie die Suche nach einen Ersatz oder einer Behelfslösung.</p>
<p>(c) Viel wichtiger als Ersatzstoffe oder Behelfslösungen ist die Art und Weise, wie wir die Ressourcen dieses Planeten nutzen. Dies ist wirklich der wichtigste Punkt in der Debatte um die Tragfähigkeit der Erde. Wie bereits dargestellt, lebt die Erdbevölkerung innerhalb eines monetären Systems, welches Knappheit, eingebaute Überalterung, Verschwendung, Umweltverschmutzung und unnötige Massenproduktion belohnt.<br />
Die heutige Produktionsleistung ist im Vergleich zu vergangenen Zeiten, atemberaubend. Durch die Nutzung von Technologie können wir mit weniger Leuten mehr Güter schneller als jemals zuvor produzieren. Allerdings produzieren jede Menge Hersteller dieselben Dinge, da sie um den Marktanteil konkurrieren.<br />
Ihre Produkte sind bereits bei der Fertigung ungenügend, weil die Hersteller zur Kostensenkung qualitativ schlechtere Materialien verwenden. Diese durch das Wettbewerbssystem verursachte unnötige Verschwendung ist erschütternd. Wertvolle Rohstoffe werden immer wieder in ungenügenden Produkten verwendet, die am Ende auf der Müllkippe landen. Außerdem wurde diese Verschwendung erst durch die Manipulation der Öffentlichkeit durch die Industrie, nutzlose, lediglich für Status und Eitelkeit relevante Dinge zu wollen, herbeigeführt. Bedenke, dass monetäre Systeme nur durch “zyklischen Konsum” funktionieren können. Dies führt zum Missbrauch der Ressourcen.</p>
<p>Die wahre Ursache für Knappheit auf dem Planeten hat weniger mit den verfügbaren Ressourcen zu tun, eher mit unseren verschwenderischen und ausbeutenden Handlungsweisen. Der Erhaltung der Ressourcen oder deren sinnvoller Verwendung wird fast keine Beachtung geschenkt, bis es zu spät ist. In einer vernünftigen Gesellschaft wären die Rohstoffe der Erde erfasst, und die Industrie im Ganzen organisiert, um im Verhältnis zum Verfügbaren zu produzieren. Und jedes hergestellte Produkt wäre für Beständigkeit entworfen. Dadurch könnte man die Industrieproduktion herunterfahren und Ressourcen sparen.</p>
<h3>weiter zum Kapitel 4: <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-4-die-wege-zur-sozialen-evolution/">Die Wege zur sozialen Evolution</a></h3>
<h6><em><a href="http://www.zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/3-was-ist-relevant/" target="_blank">SOURCE: TZM &#8211; RBE (Stand: 27.10.2011)</a></em></h6>
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		<title>Ressourcenbasierte Wirtschaft &#8211; Kapitel 4. Die Wege zur sozialen Evolution</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 22:42:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rusty</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was wollen wir? Wie gelangen wir dahin? Welche Werkzeuge werden benötigt? Unsere Werte bestehen aus dem, was uns wichtig ist: unsere Ziele, worum wir uns sorgen, was uns heilig ist und was wir vom Leben erwarten. Werte an sich sind &#8230; <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-4-die-wege-zur-sozialen-evolution/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was wollen wir? Wie gelangen wir dahin? Welche Werkzeuge werden benötigt?</strong></p>
<p>Unsere Werte bestehen aus dem, was uns wichtig ist: unsere Ziele, worum wir uns sorgen, was uns heilig ist und was wir vom Leben erwarten. Werte an sich sind nicht ewig und unveränderlich. Aber wenn sie einem Menschen in jungen Jahren aufgedrückt werden, entwickeln sie oft ein großes Beharrungsvermögen. Traditionell Indoktriniertes, wie zum Beispiel nationalistischer oder religiöser Glaube, kann tragender Bestandteil der persönlichen Identität werden und emotional nur schwer zu überwinden sein. Natürlich leiten Menschen ihre Werte aus ihrer Umgebung her. Falls man das Kind einer Familie der weißen Mittelschicht Amerikas gleich nach der Geburt bei einer arabisch-islamischen Familie im Nahen Osten unterbringen würde, so spräche es höchst wahrscheinlich eines Tages Arabisch, wäre Muslim und hätte die Wertvorstellungen, die ihm von seiner Familie und der sozialen Kultur beigebracht worden sind.</p>
<p> <span id="more-309"></span></p>
<p>Die meisten unserer traditionellen Werte wurden bereits vor langer Zeit erzeugt. So heißt es zum Beispiel in der Bibel: “Du sollst im Schweiße deines Angesichts deinen Unterhalt erwerben.” Was aber wäre, wenn die Gesellschaft deine zu bezahlende Arbeit nicht bräuchte? Welche Gültigkeit besäße dieser Wert noch? Werte verblassen, so wie Wissen und alles andere auch. In Anbetracht der gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse scheinen doch etliche Werte der Gesellschaft schon seit Jahrtausenden verblasst zu sein.</p>
<p>Damit nicht genug. Lass uns nun einen Moment innehalten und überlegen, was unsere wichtigen Ziele sind, sowohl persönlicher als auch gesellschaftlicher Art. Die Zeitgeist Bewegung, wie auch das Venus Projekt, haben eine Reihe sozialer Werte und damit Ziele, die, wie wir meinen, für den Fortbestand der Menschheit entscheidend sind.</p>
<p><strong>Ziele</strong></p>
<p>Sauberes Wasser und Luft, nahrhaftes Essen, Überfluss an Rohstoffen, schnelle, saubere und effiziente Fortbewegung, praktisch anwendbare Ausbildung, öffentliches Gesundheitswesen, das Ende aller Kriege, persönliche Freiheit, eine Umgebung in der wir laufend unsere Fähigkeiten verbessern können, menschliches Wachstum, weniger Stress, weniger Verbrechen.</p>
<p>Diese sozialen Ziele sind weit davon entfernt, komplex oder abwegig zu sein. Sicher werden viele diese Wünsche in den Werken von sowohl religiösen als auch weltlichen Poeten und Philosophen aller Epochen wiedererkennen.</p>
<p><strong>Methode</strong></p>
<p>Nun, da wir uns unserer grundlegenden Ziele bewusst sind, müssen wir uns eine Methode überlegen, um diese Ziele zu erreichen. Eindeutig ist die wissenschaftliche Methode das mächtigste bekannte Mittel. Beobachtung, Logik und Überprüfung haben schon immer Aberglaube, Intuition und Metaphysik übertroffen.</p>
<p>Mit den Worten Karl Pearsons: “<br />
Es gibt keine Abkürzung zur Wahrheit, keinen Weg zur Erkenntnis des Universums außer durch die Tore der wissenschaftlichen Methode.” (Karl Pearson, The Grammar of Science, 1911, S. 17)</p>
<p>Die intelligente Anwendung der wissenschaftlichen Methode hat uns all das ermöglicht, was uns heute unseren Alltag erleichtert. Die Anwendung der Wissenschaft auf die gesellschaftliche Organisation als Ganzes ist der nächste Schritt unserer Evolution. (Für genauere Ausführungen bezüglich der wissenschaftlichen Methode sehen Sie bitte in Kapitel 3 nach).</p>
<p><strong>Werkzeuge</strong></p>
<p>Die Werkzeuge, die wir zum Erreichen unserer Ziele benötigen, werden durch die menschliche Anwendung von Technologie hergestellt. Von einem einfachen Hammer bis zu einer hochtechnisierten, vollautomatischen Fabrikstätte – technologischer Erfindungsreichtum verbessert Produktionswege und macht immer wieder Unmögliches möglich.</p>
<p>Ein Blick in die Geschichte der Technologie lässt eine beispiellos beschleunigte Entwicklung erkennen. In Verbindung mit der auf Gedanken angewandten wissenschaftlichen Methode könnten die uns derzeit bereitstehenden technologischen Mittel die Menschheit auf eine Weise verändern, die die meisten Menschen für zu fantastisch halten würden, um jemals wahr sein zu können. Würdest du einem Menschen des 12. Jahrhunderts die Funktionen eines Handys erläutern, so wäre er vermutlich verwirrt und schockiert über das “magische” Instrument.</p>
<p>Technologie durchbricht immer wieder die Grenzen des für möglich Gehaltenen.</p>
<p>In den Worten von Dr. George Gallop:</p>
<p>“Zu jedem Zeitpunkt der Geschichte hat der Mensch angenommen, dass er den Höhepunkt der Zivilisation erreicht hat. Er hat es in seiner Überlegenheit immer abgelehnt, sich eine Skala vorzustellen, die Tausende und Millionen Jahre in die Vergangenheit und Zukunft reicht. Wenn man in weiteren 8.000 Jahren noch einmal auf den bisherigen, mit Aufzeichnungen aus etwa 8.000 Jahren belegten Fortschritt zurück blickt, dann wird dieser bisherige Fortschritt vielleicht viel weniger beeindrucken als er es jetzt tut.” (George Gallup, The Miracle Ahead, New York Evanston and London, Harper and Row, 1964, S. ix)</p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren sich viele Gelehrte darüber einig, dass das Flugzeug wahrscheinlich ein unmögliches Ding sei. Die Wright-Brüder aber waren zu sehr in ihrem Fahrradladen mit der Verkoppelung von einem Gasmotor und ein paar Flügeln beschäftigt, um sich um Fehleinschätzungen zu scheren. Bald widerlegten sie die Autoritäten und erfanden die einst für unmöglich gehaltene “Flugmaschine”.</p>
<p>Wissenschaft und Technologie haben stets bestehende Machbarkeitsannahmen widerlegt und werden das auch weiterhin tun. Es kann als sicher gelten, dass, was immer die Zukunft an Technologie für uns bereit hält, uns aus heutiger Sicht und nach heutiger Erkenntnis als unmöglich erscheint.</p>
<p>Die Definition unserer Ziele nehmen wir auf Grundlage unserer Werte vor, wir bedienen uns der wissenschaftlichen Methode zur Problembewältigung und Aufstellung/Überprüfung von Hypothesen und wir benutzen Technologie, um das Ziel Wirklichkeit werden zu lassen.<br />
Es ist wichtig anzumerken, dass diese Verallgemeinerung nicht linear ist, sondern jeder Teil all die anderen Teile beeinflusst. Beispielsweise verändern neue Technologien oft unsere Werte, wie auch die logischen Begründungen der wissenschaftlichen Methode. Wenn jemand mit dem Wertesystem “Hilf den Armen” erzogen wird und sich dann aber in einer Umgebung wiederfindet, in der es (vielleicht wegen wissenschaftlichen Fortschritts) keine Armut mehr gibt, dann würde diesem Menschen jegliche Wertegrundlage fehlen.</p>
<h3>weiter zum Kapitel 5: <a href="http://www.zotin.com/2011/10/27/ressourcenbasierte-wirtschaft-kapitel-5-resourcenbasierte-oekonomie/">Eine Ressourcenbasierte Ökonomie</a></h3>
<h6><em><a href="http://www.zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/4-die-wege-zur-sozialen-evolution/" target="_blank">SOURCE: TZM &#8211; RBE (Stand: 27.10.2011)</a></em></h6>
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